Fürstenwalde setzt Zeichen beim bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit“

Meldung aus Fürstenwalde/Spree
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Gemeinsam für unsere Stadt – statt gegeneinander um immer weniger Mittel zu kämpfen

Die Stadt Fürstenwalde/Spree beteiligt sich heute am bundesweiten Aktionstag Kommunen am Limit und setzt damit gemeinsam mit Städten und Gemeinden in ganz Deutschland ein deutliches Zeichen gegen die zunehmende finanzielle Überforderung der Kommunen.

Der Hintergrund ist klar: Städte übernehmen immer mehr Aufgaben, erhalten dafür aber immer seltener die finanziellen Mittel, die notwendig wären, um diese dauerhaft und verantwortungsvoll erfüllen zu können. Die Folgen davon spüren Kommunen inzwischen überall – und auch in Fürstenwalde sind diese Entwicklungen längst Realität geworden.

 

Dabei ist die aktuelle Situation für unsere Stadt besonders bitter. Noch 2018 lag Fürstenwalde bei Gesamtverbindlichkeiten von mehr als 100 Millionen Euro, darunter über 20 Millionen Euro Kassenkredite. Durch konsequente Haushaltsdisziplin und große gemeinsame Anstrengungen konnten diese Kassenkredite innerhalb weniger Jahre vollständig abgebaut werden. Ende 2025 lagen die Gesamtverbindlichkeiten nur noch bei rund 20 Millionen Euro.

 

Doch trotz all dieser Anstrengungen droht sich die Situation nun wieder dramatisch zu verschärfen – nicht, weil vor Ort falsch gewirtschaftet wurde, sondern weil Städte und Gemeinden immer stärker unter strukturellen Finanzierungsproblemen leiden.

Bürgermeister Matthias Rudolph bringt es auf den Punkt:

 

„Wir haben in Fürstenwalde über Jahre hinweg Verantwortung übernommen und unsere finanziellen Hausaufgaben gemacht. Dass diese gemeinsamen Anstrengungen durch eine immer weiter wachsende Unterfinanzierung der Kommunen innerhalb kürzester Zeit wieder zunichte gemacht werden, dürfen wir nicht akzeptieren. Es kann nicht sein, dass wir vor Ort immer stärker gezwungen werden, gegeneinander um immer weniger Mittel zu kämpfen, während die eigentlichen Ursachen an anderer Stelle liegen.“

 

Gerade das vergangene Jahr hat in Fürstenwalde sehr deutlich gezeigt, welche Auswirkungen diese Situation haben kann. Wenn finanzielle Mittel fehlen, geraten Kommunen zunehmend in schwierige Verteilungskämpfe. Dann wird nicht mehr gemeinsam über Entwicklung gesprochen, sondern darüber, welcher Bereich auf etwas verzichten muss. Die Diskussionen der vergangenen Monate haben gezeigt, wie sehr solche Entscheidungen eine Stadtgesellschaft belasten können.

 

Genau deshalb beteiligt sich Fürstenwalde am heutigen Aktionstag. Die Botschaft ist klar: Wir dürfen nicht zulassen, dass Städte und Gemeinden dauerhaft gegeneinander und innerhalb der eigenen Stadtgesellschaft um knapper werdende Mittel kämpfen müssen, während die strukturellen Ursachen unangetastet bleiben.

 

Am Verwaltungssitz Nordstern macht die Stadt die Botschaften des Aktionstages heute sichtbar. Zusätzlich sind die Fürstenwalderinnen und Fürstenwalder aufgerufen, heute um 17:30 Uhr auf dem Marktplatz gemeinsam ein Zeichen zu setzen und zu zeigen, welche Auswirkungen kommunale Unterfinanzierung inzwischen ganz konkret vor Ort hat.

 

Denn am Ende geht es um mehr als Haushaltszahlen. Es geht darum, ob Städte künftig nur noch verwalten müssen – oder weiterhin die Möglichkeit haben, das Leben vor Ort aktiv zu gestalten.

 

Für unsere Stadt. Für unser Miteinander. Gemeinsam stark – statt gegeneinander um immer weniger kämpfen zu müssen.