Ehrenbürger

Die Ehrenbürgerschaft der Stadt Fürstenwalde/Spree wurde in jüngerer Geschichte an vier Personen verliehen, zwei von ihnen sind mittlerweile verstorben. Sie und ihre Verdienste für unsere Stadt bleiben jedoch unvergessen.

 

Ehrenbürger kann werden, wer sich in besonderem Maße um die Entwicklung der Stadt Fürstenwalde und das Wohl der Bürger auf politischem, sozialem, wirtschaftlichem, kulturellem, heimatstädtischem oder sportlichem Gebiet verdient gemacht hat. Vorschläge für die Verleihung der Ehrenbürgerrechte können der Bürgermeister, die im Stadtparlament vertretenen Parteien, eingetragene Vereine oder die Kirchen den Stadtverordneten zur Beschlussfassung vorlegen. Der Beschluss muss mit Mehrheit gefasst werden. Die zu ehrende Person muss dem Ansinnen zustimmen. Deshalb können nur lebende Personen Ehrenbürger werden.

Dr. Susanne Stachat - 2024

  

1970 kam sie als Fachärztin für Allgemeinmedizin (von Müncheberg) nach Fürstenwalde, hatte sich aber schon lange mit Themen der Psychiatrie und besonders der Kinderpsychiatrie beschäftigt, auch eigene Studien angefertigt. Sie sollte die neu gegründete Kinderpsychiatrische Rehabilitationsklinik in den Samariteranstalten aufbauen. Als deren leitende Ärztin entwickelte sie maßgeblich das Konzept dieser Klinik mit ca. 50 Plätzen für Kinder mit intellektuellen Entwicklungsstörungen im Alter von 3-14 Jahren. Dieses Konzept war neu, ja revolutionär. Dabei nahm sie Ansätze aus den psychiatriereformerischen Debatten in Westeuropa ebenso auf, wie sie aus genauen Beobachtungen eigene Ideen entwickelte und ausprobierte.

Sie entwickelte außerdem die individualisierte Grunddiagnostik, deren Grundlage die genaue Beobachtung war. Die Kinder und Jugendlichen sollten nicht verwahrt werden, sondern je nach ihren Möglichkeiten gefördert. Sie entwickelte die Arbeitstherapie (heute Ergotherapie) als eine Möglichkeit, Fertigkeiten zu fördern. Sie legten einen Fokus auf die Frühförderung, und auf die Einbeziehung der Eltern, deren gezieltes Coaching. 

Außerdem war sie Vorreiterin in der Diagnostik von Autismus, heute hat sich in Fürstenwalde/Spree ein Zentrum für Kinder mit Autismus entwickelt. 

Eckhard Fichtmüller - 2015

 
Geboren am 1. Oktober 1940 in Kloster Zinna, in Fürstenwalde beheimatet seit 1980.

 

Geehrt wird Eckhard Fichtmüller für seine Verdienste um die historische Aufarbeitung der Geschichte des Internierungslagers Ketschendorf sowie um die Etablierung und dauerhafte Pflege der Erinnerungskultur an dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte. Als Pfarrer und Seelsorger hat er einerseits menschliche Schicksale begleitet und andererseits dafür gesorgt, dass Zeugnisse und Dokumente der Vergangenheit dauerhaft aufgewahrt werden. Sichtbares Zeichen dieser Arbeit ist das Totenbuch des Internierungslagers. Seit 2010 ist er Vorsitzender der Initiativgruppe des Internierungslagers. Weggefährten schätzen seinen Einsatz für Benachteiligte, für Flüchtlinge und seine geradlinige Haltung in der politischen Wende sowie seine Rolle am Runden Tisch im Herbst 89.

 

Die Ehrenbürgerschaft wurde Eckhard Fichtmüller am 20. Mai 2015 verliehen.

Friedrich Stachat - 2003

  

Geboren am 27.10.1938 in Muschaken, in Fürstenwalde beheimatet seit 1970.

 

Friedrich Stachat wurde die Ehrenbürgerschaft der Stadt Fürstenwalde für seine Verdienste beim Aufbau der Fürstenwalder Kulturfabrik verliehen. Seit der Wende setzte sich Stachat für die Schaffung eines sozio-kulturellen Zentrums in der Stadt ein, dessen Leiter er 1993 wurde. Immer schwebte ihm vor, Kultur auch wirklich in einer Fabrik zu produzieren und erweckte eine alte Industrieruine direkt neben dem St. Marien Dom zum Leben. Deshalb trägt er auch ehrenhalber den Titel "Kulturfabrikant". Sein 65. Geburtstag war Anlass, sowohl seine individuellen künstlerischen Leistungen, die Spuren, die er in der Stadt hinterlassen hat, aber auch sein Lebenswerk Kulturfabrik zu ehren.

 

Die Ehrenbürgerschaft wurde Friedrich Stachat am 25.10.2003 verliehen.

Günther Kuhn - 1995

Geboren am 29.10.1928 in Wernigerode im Harz, in Fürstenwalde beheimatet seit 1973, verstorben im November 2018 in Fürstenwalde.

 

Für seine Verdienste beim Wiederaufbau des St. Marien Doms wurde Günter Kuhn Ehrenbürger. Superintendent Kuhn ist es zu verdanken, dass der St. Marien Dom, das Wahrzeichen der Stadt Fürstenwalde, in seiner heutigen Form existiert. Auf sein Betreiben hin wurde unter widrigen Umständen in den 80-er Jahren der DDR eine Dombauhütte gegründet, die auf den Wiederaufbau bzw. die Sanierung des kirchlichen Bauwerks spezialisiert war. Persönlich hat er sich immer wieder für die Fortführung dieses einzigartigen Projektes eingesetzt und auch als Superintendent im Amt und in Ruhe Akzente im gesellschaftlichen Leben der Stadt Fürstenwalde gesetzt.

 

Die Ehrenbürgerschaft wurde Günter Kuhn am 31. Oktober  1995 verliehen.

Wolfgang Kahl - 1993

 

Geboren am 14.7.1928 in Sprothau, in Fürstenwalde beheimatet seit 1952, verstorben am 4. August 2022.

 

Wolfgang Kahl erhielt die Ehrenbürgerschaft für seine Verdienste beim Aufbau einer lebendigen und aktiven Domkantorei am Fürstenwalder St. Marien Dom. Ihm ist es zu verdanken, dass durch sein musikalisches Wirken die Evangelische St. Marien Domgemeinde weit über die Grenzen der Stadt Fürstenwalde hinaus bekannt geworden ist. Außerdem hat er als Domorganist selbst wichtige musikalische Akzente gesetzt und mit seinem Wirken in das kulturelle Leben der Stadt Fürstenwalde ausgestrahlt.

 

Die Ehrenbürgerschaft wurde Wolfgang Kahl am 4.11.1993 verliehen. 

 

Die Stadtverordnetenversammlung entscheidet auf Antrag und mit Mehrheit, wer zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wird. Grundlage dafür sind  die Drucksache 1/729 Verleihung Ehrenbürgerrechte und die Drucksache 5/224 zur Ehrung besonderer Personen und Verdienste um die Stadt Fürstenwalde inklusive der Satzung.


 

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Preisträger des Goldenen Raben

Seit dem Jahr 2005 wird alljährlich im Rahmen des Neujahrsempfangs der Stadt Fürstenwalde der "Goldene Rabe" verliehen, eine Kleinplastik aus Bronze auf einem Sockel aus Eichenholz, die der Fürstenwalder Künstler Werner Menzel geschaffen hat. Auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wird jeweils ein Bürger oder eine Bürgerin ausgewählt, der oder die sich besondere Verdienste erworben hat.

Wilfried Bremer - 2026

für sein unermüdliches Engagement für Integration und gegen Gewalt.

Bernd Norkeweit - 2025

für seine unermüdlichen Aktivitäten für ein positives Bild unserer Stadt.

kein Vorschlag - 2024

Es gab keinen Vorschlag.

Florian Wilke - 2023

für das Sichtbarmachen der Geschichte der Stadt Fürstenwalde/Spree

Hans Panten - 2022

für seine ehrenamtliche Forschung in der Heimat- und Regionalgeschichte

Rita & Herbert Gerst - 2021

die durch ihr Vorbild und ihren Einsatz Generationen von Sportlerinnen und Sportler für Badminton begeistert haben

Hans-Joachim Scheitzbach - 2020

als Musiker, Lehrer und charmanter Vermittler für 50 Jahre Musikzyklus und musikalische Ermutigung von Generationen

Christa & Werner Menzel - 2019

für Herzblut und Professionalität als Galeristen und Schöpfer von Kunstwerken im öffentlichen Raum

Marion Römer - 2018

für die Förderung des Brandschutzes und ihre Arbeit als langjährige Vorsitzende des Feuerwehrvereins

Hannelore Holze - 2017

für ihr herzliches Engagement bei Generationen von Tänzern und für die Kultur

Ingeburg Kollin    - 2016

für ihren ehrenamtlichen Einsatz für alle Belange ihres Ortsteiles Trebus

Uwe Redmann - 2015

für seine unermüdliche und beispielhafte Arbeit in der SPIKO und seine Verdienste in der Suchtprävention

Maria Meinl - 2014

für ihre langjährige kommunalpolitische Tätigkeit und ihr leidenschaftliches Engagement für ihre Heimatstadt

Alfred Wegewitz - 2013

– dem lebendigen Gedächtnis der Stadt  – für seine historischen Aufarbeitungen und Denkanstöße

Hannelore Hoffmann - 2012

für ihr beispielhaftes ehrenamtliches Engagement in der Seniorenarbeit
 

Gerda Kuhn - 2011

für ihre Verdienste um die Gründung des Fürstenwalder Hospizvereins und ihre unermüdliche, persönliche und tröstliche Begleitung

Jochen Seidler - 2010

für seine jahrelange Arbeit als Leiter der Musikschule, als Dirigent der Bigband und seine taktvolle Förderung junger Musiker

Erika Schulz - 2009

für den persönlichen Einsatz, die Erinnerung an das Internierungslager Ketschendorf wach zu halten

Peter Apitz - 2008

für die Idee und die jährliche Durchführung der Fürstenwalder Jazztage

Günter Bohr - 2007

für sein Engagement um die Gründung und die Attraktivität des Fürstenwalder Heimattiergartens

Georg Popp -2006

für sein Engagement für die große Domorgel 2005

Wolfgang Andres - 2005

für die Vorbereitung und Durchführung der Bundeschortage 2004