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Bürgermeister Matthias Rudolph zu den Angriffen in Fürstenwalde
Meldung aus Fürstenwalde/SpreeIn den vergangenen Wochen wurden gleich mehrere Gewalttaten in Fürstenwalde verübt. Laut Polizei war ein in der Aufnahmeeinrichtung Frankfurt (Oder) der Zentralen Ausländerbehörde untergebrachter Mann erst in Frankfurt auffällig, dann bei uns. Er hat sich insgesamt drei Mal Zugang zu Geschäften verschafft, wobei er zwei Mal Menschen schwer verletzt hat. Er wurde mit massivem körperlichen Einsatz festgehalten und mehrfach der Polizei übergeben. Jetzt ist er in Untersuchungshaft. Ein Video auf Instagram zeigte einen Vorfall als rassistische Gewalt.
Zwei Dinge sind wichtig:
Jede Form von Gewalt ist inakzeptabel.
Es handelt sich bei dem Übergriff am Bahnhof auf den Mann nicht um eine rassistisch motivierte Straftat.
Die Männer haben einen gewalttätigen Mann gestellt. Zwei Mal. Bei beiden Vorfällen handelte es sich um Formen der Gegenwehr, beim ersten ist die Schwelle zur Selbstjustiz womöglich überschritten worden. Das festzustellen, ist jetzt Aufgabe von Gerichten.
Mittlerweile wurde der festgehaltene Mann einem Haftrichter übergeben und ist in Untersuchungshaft. Wir werden als Verwaltung unser Möglichstes tun, unsere Mittel ausschöpfen, dass dieser Mann nicht mehr auf unsere Straßen zurückkehrt. Wir haben in Fürstenwalde keinen Platz für Gewalttäter. Dies haben wir mit den zuständigen Stellen besprochen und die notwendigen Maßnahmen eingefordert. Für den derzeit Inhaftierten sowie allgemein. Auch wenn wir keine direkte Handhabe haben, werden wir nicht tatenlos zusehen. Das ist meine Verantwortung und die der Verwaltung.
Die Vorfälle waren furchtbar und angsteinflößend. Für alle. Wie zum Teil damit umgegangen wurde, war aber ebenfalls beängstigend. Der Vorwurf des Rassismus darf nicht zum Reflex verkommen. Er darf nicht für unterkomplexe Darstellungen herhalten müssen, um Interesse und Sensationswert zu schüren. Dazu wiegt er zu schwer. Die besondere Verantwortung in der Berichterstattung über Vorfälle wie diesen habe ich teilweise vermisst. Informationen müssen geprüft werden, bevor geurteilt und geteilt wird. Das gebietet die Verantwortung gegenüber allen Beteiligten und denen, die tatsächlich von Rassismus betroffen sind. Ich danke allen, die sich daran nicht beteiligt haben.
Denn unsere gemeinsame Verantwortung ist es, wie wir mit so einem Vorfall umgehen. Nutzen wir ihn, um zu hetzen, das Unsicherheitsgefühl zu schüren oder fragen wir nach den Hintergründen? Sehen wir das ganze Bild? Ich bin immer für das Letztere. Vorverurteilungen aufgrund von Vorurteilen und Halbwissen sind gefährlich.
Sachstand ist: Der Mann ist jetzt im Gefängnis. Wir haben von der Polizei eingefordert, dass verstärkte Fußstreifen in der Eisenbahnstraße erfolgen und untersetzen dies mit zusätzlichen und regelmäßigen Bestreifungen durch unser Ordnungsamt.
Matthias Rudolph
Bürgermeister