1904
entstanden das Wasserwerk und die Kläranlage, als Teile der städtischen Versorgungsbetriebe. Gleichzeitig bahnte sich eine Krise an und ab 1909 wurden viele Menschen erstmals arbeitslos.
Aufgrund seines Produktionsprofils wurde die Firma Pintsch ein Rüstungsbetrieb. Das hatte im 1. Weltkrieg zeittypische Folgen, wie z.B. einen Munitionsarbeiterstreik.
1906/1910
Ein sichtbarer Ausdruck des wirtschaftlichen Aufstiegs war die sehr aufwendige Renovierung von Rathaus (1905-1907) und Dom (1908-1910), die vorher ziemlich heruntergekommen aussahen.
1928
der Gutsbezirk Molkenberg wird eingemeindet.
1933
Auch die unseligen Ereignisse in den dreißiger Jahren gleichen denen vieler Städte. Besonders der Hass gegen die jüdische Bevölkerung prägte sich weiter aus. Noch Ende der 20er Jahre wurde das gute Zusammenleben aller Religionen und Volksgruppen in Fürstenwalde gelobt.
1938
wurde durch die SA die jüdische Synagoge, das Gebetshaus in der Frankfurter Straße 94 in Brand gesetzt und der jüdische Friedhof in der Frankfurter Straße/Ecke Grünstraße geschändet.
Damals bekam Fürstenwalde einen Rathausanbau mit einer Rolandsfigur in SA-Uniform.
Eine Außenstelle des KZ-Sachsenhausen entstand in Ketschendorf (Fürstenwalde-Süd), von der noch ein von Häftlingen gebauter Vogeltränkebrunnen erhalten ist.
1940
im Zuge der Rüstungsproduktion beginnt die Reifenherstellung in der Abteilung Pneumatik der Deutschen Kabelwerke in Ketschendorf.
1945
im Frühjahr, kurz vor Beendigung des II. Weltkrieges, wurde Fürstenwalde bombardiert. Fürstenwalde wurde zur Festung erklärt. Als am 22.4.1945 die "Rote Armee" einmarschierte, lag die von Panzersperren und Schützengräben durchzogene und durch die Evakuierung entvölkerte Stadt in Schutt und Asche. Auch der Dom und das Rathaus waren Ruinen.
Noch in den frühen Morgenstunden des 20. April wurde auf Befehl des Stadtkommandanten die Spreebrücke gesprengt. Ausgebrannt, zerstört oder beschädigt waren 4228 Wohnungen und viele Kulturbauten.
Im Mai errichtete die sowjetische Besatzungsmacht in der Arbeitersiedlung der Deutschen Kabelwerke, Abteilung Pneumant Ketschendorf, ein Internierungslager. Mehr als 10500 Menschen im Alter von 12 bis 70 Jahren wurden dort entgegen den alliierten Beschlüssen über diese Lager ohne Urteil und ohne Benachrichtigung der Angehörigen festgehalten.
Unter menschenunwürdigen Bedingungen mussten die Insassen dort ihr Leben fristen. Eine Informationstafel am ehemaligen Lagereingang und ein Gedenkstein im Bereich der Massengräber des Lagers erinnern seit 1989 an dieses traurige Kapitel der Geschichte.
Die legendären Trümmerfrauen waren die ersten Bürger, die am Wiederaufbau der Stadt herangingen.
1946
wurden Rüstungsbetriebe, wie Pintsch und die DEKA enteignet. Betriebe wurden zum großen Teil demontiert und die Maschinen in die UdSSR geschafft. Noch vor Gründung der DDR 1949 wurden Grundlagen für die spätere Entwicklung gelegt.
Die politische Entwicklung wurde durch Gründung von Parteien und Organisationen, insbesondere durch den Zusammenschluss von KPD und SPD, nachhaltig vorbestimmt.
Am 18. März wurde der Wiederaufbau der DEKA durch den Befehl 84 der SMAD in Angriff genommen. Nach fast einem Jahr konnten wieder Reifen produziert werden. In der Folgezeit bildete dieser Betrieb zusammen mit CTA, dem Pintschnachfolger und dem VEB Lithopone das ökonomische Rückgrat der Region.
1949
Es gab zwar schon unter Alliiertenrecht die ersten Neubauten in Ketschendorf - mit der Hinterlassenschaft des Krieges hatte man noch lange nach Gründung der DDR 1949 zu kämpfen.
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