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Sie sind hier: [Unsere Stadt] [Stadtgeschichte] [1806 bis 1872]

Aus der Geschichte der Stadt Fürstenwalde

1806-1813
In den Befreiungskriegen war Fürstenwalde napoleonisch besetzt. In Ketschendorf, dem heutigen Fürstenwalde-Süd sollen blutige Ereignisse stattgefunden haben, von denen nach einer Sage der Rote Sand, der an der Ketschendorfer Kirche ansteht, gefärbt sein soll.
Mit Hilfe einer List wird die Stadt am 13.2.1813 durch den General von Benckendorf von den Besatzern befreit.

1817
nachdem Fürstenwalde Garnison für viele verschiedene Regimenter war, wird es Garnison eines Ulanenregiments des 1. Brandenburgischen Nr. 3, Kaiser Alexander II. von Rußland. Die Ulanen prägten das Stadtbild im 19. Jahrhundert entscheidend mit.

Man begegnete ihnen auf der Straße und beim Kirchgang, bei Paraden und Übungen und nicht zuletzt bei vielen Militärkonzerten.

1837
wird in dem noch heute bestehenden Mühlengebäude an der Spree eine automatische Getreidemühle errichtet. Das war der erste Auftakt zur Industrialisierung in Fürstenwalde.

1839
erfindet Mauermeister Arnold den Ringofen für Ziegeleien.

1842
wurde eine wichtige Grundlage für den weiteren wirtschaftlichen Aufstieg Fürstenwaldes mit dem Anschluss an die Eisenbahn Berlin - Frankfurt (Oder) gelegt.

1858
wurde in Fürstenwalde ein Gaswerk errichtet. das war seinerzeit noch keine Selbstverständlichkeit und Theodor Fontane erwähnte es lobend in seinen "Wanderungen".

1872
Deutlich spürbar wurde der wirtschaftliche Aufschwung aber erst in den siebziger Jahren des 19. jahrhunderts. Den wohl größten Anteil daran hatte die Firma Pitsch. 1872 errichtete sie in Fürstenwalde einen Zweigbetrieb. Lange Zeit waren alle Eisenbahnen mit Beleuchtungssystemen ausgerüstet, die Pintsch entworfen hatte.
In diesem Zusammenhang ist auch die Wollveredlungsfabrik von Maas und Co. zu nennen.
Aus der bodenständigen Brauerei entwickeln sich große Firmen, die mit ihren Produktionsanlagen das Stadtbild mit prägten. Die Zimmermannsche Brauerei in Fürstenwalde gehörte zum Grundstock der Tivoli-Brauerei. Zimmermann besaß nach dem Verkauf der eigenen Firma an Tivoli die Aktienmehrheit Tivolis und war deren alleinhaftender persönlicher Gesellschafter und Generaldirektor. Am Ende dieser Entwicklung hatten die Berliner Brauereien Schultheiß-Patzenhofer im Stadtzentrum Produktionsanlagen.
Der Dom war regelrecht von backsteinernen Fabrikgebäuden umstellt. Heute ist in der Kehrwiederstraße davon nur noch die Mälzerei der Schlossbrauerei vorhanden.
In der Vergangenheit war auch noch ein anderer aus dem örtlichen Handwerk hervorgegangener Industriezweig von wirtschaftlicher Bedeutung - die keramische Industrie.
Um 1900 gab es mehr als 10 Kachelfabriken in Fürstenwalde, von denen einige in Fachkreisen einen sehr guten Ruf hatten. Hier wurde auch Baukeramik produziert. Zierleisten und Rosetten u.a. Produkte sind an verschiedenen Gebäuden zu sehen, z.B. an dem Verwaltungsgebäude der Samariteranstalten in Fürstenwalde-Süd. 

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