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Aus der Geschichte der Stadt Fürstenwalde

Fürstenwalde ist im Zuge der deutschen Ostexpansion Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden. Zur Entstehung des Names gibt es verschiedene Theorien. Die Wahrscheinlichste ist, daß sich der Name aus der Bezeichnung "Furth im Walde" auf dem Handelsweg von West nach Ost entwickelte

1272
wird es erstmals in einer Urkunde der Stadt Beeskow erwähnt.

1285
bestätigen die Markgrafen von Brandenburg die Grenzen der Stadt "wie sie dieselben von ihrer Gründung in alten Zeiten her besessen hat". Einzelheiten der Stadtentstehung sind nicht bekannt. Möglicherweise wird die Stadtkernarchäologie zukünftig Fakten ermitteln, die mehr Licht in den ältesten Abschnitt der Stadtgeschichte bringen. Ausschlaggebend für den Standort war wohl die verkehrstechnisch günstige Lage. Die Handelsgüter auf der West-Ost-Verbindung kamen auf der Spree bis nach Fürstenwalde und wurden hier zum Weitertransport in Richtung Oder auf Wagen umgeladen.
Durch das sogenannte Niederlagetor kamen die Waren in die Stadt. Reste des Tores, das treffend "die Pforte" oder das "Wassertor" genannt wurde, sind noch erhalten.

1373
wurde der sogenannte "Vertrag zu Fürstenwalde" mit Kaiser Karl IV. abgeschlossen, in dem Markgraf Otto von Brandenburg, der Faule, die Mark Brandenburg an Karls Sohn Wenzel abtrat. Die Stadt selbst hat dieses historische Ereignis kaum berührt.

1385
wird Fürstenwalde Sitz der Bischöfe von Lebus. Als Grund für die Ortswahl wurde u.a. die Stadtbefestigung genannt.
Die Stadtbefestigungen hatten damals durchaus eine große Bedeutung. Heute sind nur nich geringe Reste vorhanden, von denen der sogenannte Bullenturm der noch am besten erhaltene Teil ist. Die Bischöfe waren bei den Bürgern der Stadt nicht immer unumstritten. Das zeigt sich vor allem in der Zeit der Reformation.

1414
überfielen die Quitzows die Stadt und plünderten sie aus. Die Quitzows waren seinerzeit die bekanntesten Raubritter der Mark Brandenburg.

1432
Der Dom wird durch einen Überfall der Hussiten eingeäschert.

1446
wurde der Dom neu erbaut. Das ist die Bausubstanz, der wir heute noch gegenübertreten können, wenn auch in den vielen Jahrhunderten manches hinzugefügt oder verändert wurde. Zu den bedeutenden Kunstwerken gehört das Sakramentenhäuschen von 1517 im Dom.
Auch unter den Grabsteinen der Lebuser Bischöfe gibt es einige von hohem künstlerischem Wert. Die vielen hölzernen Kunstgegenstände des Domes sind 1945 ein Opfer der Flammen geworden.

1523
stiftete der Bürgermeister Claws Discher einen Aufruhr gegen den Bischof an, der mit der Ausweisung Dischers endete.

1528
überfiel Nickel von Minkwitz unter einem Vorwand die Stadt, um den konservativen Bischof Georg von Blumenthal gefangen zu nehmen. Ein Hintergrund für diesen Überfall ist die Verschuldung des Lausitzer Adels beim Bistum Lebus. Der Bischof konnte fliehen und die Stadt wurde geplündert. Mit so einem Raubritterüberfall war der Reformation natürlich nicht gedient und Luther selbst äußerte sich sehr unzufrieden über dieses Ereignis.

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