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Alkoholmissbrauch als großes Problem unserer Zeit

von Christoph Malcher, Fachgruppe öffentliche Ordnung und Gewerbe
Der Missbrauch von Alkohol ist mit Sicherheit eines der größten gesundheitlichen und gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit. Insbesondere der frühe Einstieg in den Alkoholkonsum und die damit verbundene Bereitschaft zur Gewalt stellt eine große Herausforderung dar. Bei der Bewältigung dieser Probleme fällt neben den polizeilichen und ordnungsrechtlichen Maßnahmen dem bürgerschaftlichen Engagement, das auf Eigeninitiative, Solidarität und vor allem Verantwortung beruht, große Bedeutung zu. Ignorieren oder einfach nicht hinschauen sind aus meiner Sicht kein Mittel gegen diesen Trend. Eine Mitteilung (vielleicht auch eine Anzeige) ermöglicht es zum Beispiel dem Ordnungsamt, gezielt und im konkreten Einzelfall gegen diesbezügliche Verstöße gegen den Jugendschutz vorzugehen.
Aus der Vergangenheit sind mir hier zwei Fälle bekannt, in denen wir auf Grund einer Anzeige wirksam gegen Personen vorgehen konnten, die an Jugendliche Alkohol abgegeben hatten. In einem anderen Fall haben wir uns nach einem Hinweis eines Bürgers mit einem 16 Jährigen Jugendlichen, der am Spreeufer konzentrierten Alkohol zu sich nahm, auseinandergesetzt. Auch wenn wir damit das Problem noch lange nicht gelöst haben, sind wir einen Schritt in die richtige Richtung gegangen.

Vertrauen ist gut - Kontrollen sind besser!

von Silke Matusch, Fachgruppe Öffentliche Ordnung und Gewerbe 
Für den Besuch von Kindern und Jugendlichen in Gaststätten, Kinos, Diskotheken sind im Jugendschutzgesetzes Zeitgrenzen und für den Ausschank von Alkohol, den Verkauf von Tabakwaren Altersgrenzen festgelegt. Für Gewerbetreibende sind diese Zeit- und Altersgrenzen verbindlich.
„Vertrauen ist gut - Kontrollen sind besser! “ Nach diesem Motto wurden und werden durch die Fachgruppe öffentliche Ordnung und Gewerbe  Fürstenwalde stichprobenartige bzw. gezielte Kontrollen in Handel und Gewerbe durchgeführt. Hilfreich dabei ist die Mitarbeit im Arbeitskreis Suchtprävention Fürstenwalde. Durch den regelmäßigen Austausch im Arbeitskreis konnten rechtliche Handlungsmöglichkeiten durchgespielt sowie Tendenzen und Problembereiche aufgedeckt werden. Dadurch ist es der Fachgruppe öffentliche Ordnung und Gewerbe möglich, nicht nur repressiv sondern auch präventiv vorzugehen. So wurden zur Sensibilisierung und Aufklärung des Einzelhandels, der Tankstellen-, Gaststätten- und Discothekenbetreiber z.B. Schreiben mit Infomaterial über das Ziel des Jugendschutzgesetzes sowie über die Folgen bei Verstößen, zu Änderungen im Jugendschutzgesetz, zur Einführung des Nichtrauchendenschutzgesetzes oder zur rechtlichen Behandlung von branntweinhaltigen Lebensmitteln versandt. Zu Schwerpunkten haben sich die Einhaltung der Altersbeschränkungen für die Abgabe von Alkohol sowie der Zeitgrenzen für den Aufenthalt in Discotheken entwickelt.
In diesem Zusammenhang hatte es Großeinsätze im damaligen Diskozelt gegeben, die ins-
gesamt 86 Verstöße und eine Alkoholvergiftung ans Tageslicht brachte. Weitere Kontrollen folgten in einer Diskothek und einigen Gaststätten. Im Rahmen des Landesprogramms „ Alkohol“ begleitete das Gewerbeamt das Schulprojekt „ Sucht“ der 2. Oberschule. Mit Einverständnis der Eltern nahmen 14- 15-jährige Jugendliche Testkäufe in Tankstellen, Getränke- und Supermärkten vor. Beim 1. Versuch erhielten die Jugendlichen in der Hälfte der zehn getesteten Geschäfte Alkohol und Zigaretten. Beim zweiten Test konnten nur noch in drei von elf Geschäften Alkohol und Zigaretten erworben werden. Damit war das Ziel des Projektes erreicht: die Sensibilisierung und die Stärkung des Verantwortungsbewusstseins der Gewerbetreibenden für das Thema Sucht.
Erstellt am 09.06.2009

Gedanken zur Suchtwoche 2009

von Bernd Kramarczyk, AWO- Suchtberatung Fürstenwalde
Der 18jährige Benjamin (Name geändert) sitzt dem Suchtberater gegenüber und versteht nicht die Aufregung seiner Eltern um ihn. Eigentlich wollte er sich nur zur Fahr-schule anmelden, doch die Verkehrsbehörde habe ihm dies nicht erlaubt. Stattdessen wurde er zum „Idiotentest“ geschickt, wie die medizinisch-psychologische Untersuchung für alkoholauffällige Kraftfahrer (MPU) häufig genannt wird. Benjamin erklärt, dass er nach einer Grillparty bei Freunden mit dem Fahrrad nach Hause wollte und von der Polizei angehalten wurden, die bei ihm 2,1 Promille feststellte. „Was ist denn so schlimm daran? An diesem Tag habe ich lediglich eine Flasche Wodka-Mixgetränk (0,7 l) und 3–4 Flaschen Bier getrunken, nicht mal so viel wie an den normalen Wochenenden“. Da würde er sich fast immer „abschießen und breit sein“.
Heute konsumieren Jugendliche erfreulicherweise weniger Alkohol, Cannabis und Tabak als in den Vorjahren, so der aktuelle Drogenbericht der Bundesregierung. Nachzulesen ist dort aber auch die ausdrückliche Sorge um die jungen Leute, die weiterhin exzessiv Alkohol trinken – denn weniger trinken immer mehr. Und das sind, im wörtlichen Sinne, nicht nur die Abhängigen von morgen, sondern zum großen Teil die heutigen. Grundsätzlich gilt, je früher mit dem Alkoholtrinken begonnen wird, umso schneller kann sich eine Abhängigkeit (Alkoholkrankheit) herausbilden. So gehört auch Benjamin zu jener Gruppe der bis 25jährigen mit problematischem Alkohol- oder Drogenkonsum, deren Anteil an der Gesamtklientel der AWO-Suchtberatung Fürstenwalde von 11% (2007) auf 16,6% (2008) angestiegen ist.
Das Problem dieser jungen Leute, die aus therapeutischer Sicht behandlungsbedürftig sind, ist, dass sie ihre Trinkgewohnheiten nicht als Problem ansehen. Sie sind auf den Rausch aus und nehmen unangenehme Begleiterscheinungen scheinbar bewusst in Kauf. Und wenn ihr Verhalten doch auffallen sollte (Wem eigentlich?), dann hat der Betreffende mal eben über die Stränge geschlagen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass nur die wenigsten von ihnen aus eigenem Antrieb eine Suchtberatungsstelle aufsuchen. Es sind eher die Eltern, Lehrer, Ausbilder, Jugendbetreuer oder Bewährungshelfer, die am Trinkverhalten der Jugendlichen Schlimmeres erahnen und deshalb Druck auf sie ausüben.
Benjamin habe mit 15 Jahren seinen ersten Vollrausch gehabt. Seit dem 16. Lebensjahr trinke er fast jedes Wochenende und zunehmend größere Alkoholmengen. Die Eltern hätten von den Trinkexzessen ihres Sohnes nichts bemerkt, zumal er meist erst in den frühen Morgenstunden nach Hause kam und dann bis in den späten Nachmittag schlief. Benjamin selbst sehe sich nicht als abhängig, nicht einmal als suchtgefährdet. Er trinke schließlich nur an Wochenenden und „saufe nicht täglich wie die richtigen Abhängigen vor dem Supermarkt“.
Rückblickend konnte die bisherige „Trinkkarriere“ des jungen Mannes scheinbar nicht verhindert werden. Erst durch die negativen Konsequenzen, die aus dem Ablehnungsbescheid der Verkehrsbehörde resultieren, begann er, wenn auch widerwillig, über sich und sein Trinkverhalten nachzudenken. Aus Sicht des Suchtberaters ist Benjamin hochgradig suchtgefährdet. Aus diesem Grund sollte der gefährliche Trend zur Abhängigkeitserkrankung möglichst bald gestoppt werden, um den Jungen vor ernsthaften Folgeschäden zu bewahren. Vor dem Hintergrund seiner noch unkritischen Haltung zum Alkohol scheint er aber einen noch langen und holprigen Weg vor sich zu haben.
Suchtprävention, die möglichst schon im frühen Vorfeld einer Suchtentwicklung einsetzen sollte, ist und bleibt fester Bestand des Jugendschutzes. Der wiederum ist keine alleinige Aufgabe des Jugendamtes, sondern geht jeden in unserer Gesellschaft etwas an. Principiis obsta! Wehret den Anfängen!

Suchtprävention im Rahmen von Projektarbeit in der RAG BILDUNG GmbH

von Jens Gorsleben
Wie auch schon in den vergangenen Jahren, konnte das Bildungszentrum der RAG BILDUNG GmbH auch in diesem Jahr wieder wertvolle Anregungen und Ideen aus dem Arbeitskreis Suchtprävention Fürstenwalde in konkrete Projekte in unserer Bildungseinrichtung umsetzen und anwenden. Neben der „Straße der Sucht“ und der Plakataktion „Saufen ist uncool“, zeigten wir in einigen Ausbildungsgruppen den Film „Crash“ der BZAL (Bahn-Zentralstelle gegen die Alkoholgefahren) und bereiteten den Film in Form von moderierten Diskussionsrunden gemeinsam mit den Lehrlingen nach.
Die nachhaltigste Erfahrung für uns war es, festzustellen, dass die jungen Menschen ansprechbar für dieses Thema sind und sehr offen auch kritisch über ihre Erfahrungen im Umgang mit Alkohol berichten. Dies war nicht unbedingt zu erwarten, da viele Jugendliche mit dem Konsum von Alkohol Spaß, Lebensfreude, Gemütlichkeit und Lifestile verbinden.
Die Diskussionen unserer Auszubildenden waren dementsprechend zu Beginn meist verklärt und geprägt von positiven Erfahrungsberichten. Bei einer gut vorbereiteten und geschickten Moderation ist es möglich, die kritischen Szenen des Films mit den Erfahrungsberichten der Jugendlichen zu verknüpfen, einzelne Elemente herauszuheben und zu vertiefen. Somit bietet man den Jugendlichen den Raum und die Möglichkeit, ihr eigenes Konsumverhalten zu hinterfragen und gegebenenfalls mitzuteilen. Einige Teilnehmer des Projekts stellten dann selbstkritisch fest, dass der übermäßige Konsum von Alkohol eben nicht nur Vorteile mit sich bringt, sondern auch spürbare negative Effekte für den Einzelnen hat. Diese Erkenntnis ist zumindest ein erster Schritt, sein eigenes Konsumverhalten zu überdenken bzw. zu ändern.
Die RAG BILDUNG wird sich im Rahmen ihrer Arbeit mit jungen Menschen weiterhin dem Thema Suchtprävention widmen.
Erstellt am 07.06.09

Über den Umgang mit konsumierenden Jugendlichen

von Anja Decker, Mobile Jugendarbeit/ Caritas
Vielleicht sehen Sie Jugendliche und auch fast noch Kinder mit einer „Pulle“ Bier in der Hand durch die Stadt ziehen. Vielleicht ärgern Sie sich auch schon länger darüber, dass da nichts gemacht wird. Und ich frage mich, warum macht nicht jeder etwas dafür. Doch was tun? Wir als Sozialarbeiter der Stadt, versuchen es mit Verständnis und Gesprächen. Doch ist nicht irgendwann genug gesprochen? Ich fragte mich, ob wir effektiver mit den Jugendlichen darüber sprechen können. Denn gerade in der Mobilen Jugendarbeit gehen wir zu den Jugendlichen an ihren Treffpunkten, wo ihre Regeln herrschen und wir kein Alkoholverbot aussprechen können. Ich lernte MOVE kennen. MOVE ist ein Interventionskonzept zur Förderung und Unterstützung der Veränderungsbereitschaft von jungen Menschen mit problematischem Alkohol- und/oder sonstigem Suchtmittelkonsum, basierend auf den Prinzipien der "Motivierenden Gesprächsführung“. Dabei wird genau geschaut, wie viel der Jugendliche zu verändern bereit ist und wir unterstützen ihn auf diesem Weg. Für Jugendliche ist es unvorstellbar, gar keinen Alkohol mehr zu trinken. Daher besprechen wir mit ihnen, wie sie bewusst und verantwortungsvoll mit Alkohol umgehen können.

Doch was können Sie tun? Auf jeden Fall ein Vorbild sein. Auch Sie können Jugendliche auf ihr Trinkverhalten ansprechen. Tun Sie dies einfühlsam und berücksichtigen Sie dabei, dass die Jugendlichen sich in einer Experimentierphase befinden. Dann werden sie auch mit Ihnen darüber sprechen. Also bleiben Sie doch mal stehen und fragen einfach mal die Jugendlichen, welche Erfahrungen sie mit Alkohol machen. Jugendliche müssen erst noch herausfinden, wie viel gut und wie viel schädlich für sie ist. Und dabei können wir alle ihnen behilflich sein.

Märkische Oderzeitung: Mit 4,5 Promille ins Klinikum

von Stefan Lötsch, Joachim Eggers und Elke Schlegelmilch
Das sprichwörtliche Koma-Saufen, der exzessive Alkohol-Missbrauch vor allem von Jugendlichen, spielt auch in der Region zunehmend eine Rolle Der Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin im Saarower Klinikum kann ein Lied davon singen. Fürstenwalde und Erkner beteiligen sich deshalb an der bundesweiten Aktionswoche "Alkohol? Kenn dein Limit". In Fürstenwalde wird es unter anderem ein Trinkexperiment für Jugendliche ab 16 Jahren geben.
Die Fälle sind Klaus-Dieter Sparr, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum in Bad Saarow, wohl vertraut: Kinder und Jugendliche, die völlig alkoholisiert ins Krankenhaus eingeliefert werden. Er erinnert sich an einen Jugendlichen, der 4,5 Promille hatte, eigentlich ein Wert, der tödlich ist. "Vorsichtig formuliert würde ich sagen, dass die Fälle zunehmen", sagt der Mediziner. Schon 12-Jährige landen bei ihm in der Klinik, weil sie zu viel Alkohol getrunken haben. Erfahrungsgemäß sind es vor allem die Wochenenden, wo Jugendliche sich mit Schnaps, Wein und sonstigen Alkoholika zudröhnen und volltrunken ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Viele Kinder und Jugendliche wollen sich ausprobieren. Das Gefährliche ist aber: "Sie haben keine Erfahrungswerte. Sie können es nicht steuern." Ist ein gewisser Alkoholpegel überschritten, wird es gefährlich, und das auf vielfältige Weise. Sparr verweist zum Beispiel darauf, dass der eingeschränkte Gleichgewichtssinn zu Stürzen führt. Durch den Alkohol würden aber auch die Gefäße erweitert. In kälteren Jahreszeiten besteht die Gefahr von Erfrierungen. Auch da kennt der Mediziner Beispiele. Schließlich ist der Stoffwechsel eingeschränkt. Wieweit der Alkoholkonsum auch zur Sucht führt, kann Sparr aus seinem Klinikalltag nicht sagen. "Wir sind ein Akut-Versorger."
Auch die Sozialarbeiter in Fürstenwalde hatten schon mehr als einmal mit diesem Themenkreis zu tun, wie Fachgruppenleiter Andreas Politz von der Stadtverwaltung zurückhaltend formuliert. Deshalb hat der Arbeitskreis Suchtprävention beschlossen, sich der bundesweiten Aktionswoche "Alkohol? Kenn dein Limit" anzuschließen und eigene Aktionen zu starten. Höhepunkt wird ein alkoholfreies Sportwochenende. Zwei Jugendliche organisieren ein Fußballturnier für 15- bis 18-Jährige. "Es richtet sich bewusst nicht an Profis", so Thomas Thieme von der Caritas, einem der vielen Kooperationspartner. "Wir wollen damit drei Fliegen mit einer Klappe schlagen", so Thieme: "Sport, Integration und natürlich Alkoholfreiheit."
Auch die Stadt Erkner beteiligt sich an der bundesweiten Kampagne gegen Alkohol-Missbrauch. Das haben die Stadtverordneten schon im März beschlossen. Beispielsweise sollen Plakate zum Thema im Stadtgebiet gehängt werden. Die Stadtverwaltung hat die Vereine sowie die Betreiber von Gaststätten, Supermärkten, Tankstellen und Apotheken schriftlich gebeten, sich an der Aktionswoche gegen Alkohol-Missbrauch zu beteiligen. Bei Großveranstaltungen, wie dem Heimatfest, sollen Kräfte des Ordnungsamtes, nach Möglichkeit mit Jugendschutzstreifen der Polizei, eingesetzt werden. 
Mittwoch, 03. Juni 2009

Märkische Oderzeitung: Jugendliche greifen öfter zur Flasche

von Hans-Georg Wackwitz
Der frühe Einstieg in den Alkoholkonsum ist eines der größten gesundheitlichen und gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit. Bei dieser wichtigen Thematik aufklärend und helfend zu wirken, diesem Anliegen hat sich die bundesweite Aktionswoche "Alkohol? Kenn dein Limit" vom 13. bis zum 21. Juni verschrieben.
Federführend in Fürstenwalde ist dabei der 2006 gegründete Arbeitskreis Suchtprävention - bestehend aus Mitarbeitern von Jugendeinrichtungen, der Stadt, der Arbeiterwohlfahrt, von Bildungsträgern, wie der FAW (Fortbildungsakademie der Wirtschaft) und der RAG, der Polizei sowie weiteren gesellschaftlichen Kräften. Ihr Ziel in der Aktionswoche ist es, das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol bei Jugendlichen, Eltern, Gaststätten und Supermärkten zu schärfen.
So finden morgen und am Freitag in Fürstenwalde Aktionen rund um den Marktplatz und am Rewe-Markt statt. Dabei wollen Streetworker gemeinsam mit den Ausbildungsträgern RAG und FAW Denkanstöße zum Thema geben, wie Bert Dausel von der Mobilen Jugendarbeit bekräftigt. Für den Sonnabend, in der Zeit von 10 bis 18 Uhr, werden des Weiteren der Jugendclub Nord, die BSG Pneumant sowie die Mobile Jugendarbeit der Caritas ein alkoholfreies Sportfest (Fußball, Volleyball, Hockey u.v.m.) auf den Sportanlagen der Großen Freizeit in Fürstenwalde-Nord organisieren.
Wie dringend eine offene und schonungslose Diskussion zum Thema Alkoholkonsum in der Gesellschaft ist, unterstreicht Bernd Kramarczyk von der Fürstenwalder AWO-Suchtberatung. Die Gruppe der bis zu 25-Jährigen mit problematischem Alkohol- oder Drogenkonsum bei der AWO-Suchtberatung in Fürstenwalde ist von 11 Prozent (2007) auf 16,6 Prozent (2008) gestiegen. "Das Problem dieser jungen Leute, die aus therapeutischer Sicht behandlungsbedürftig sind, ist, dass sie ihre Trinkgewohnheiten nicht als Problem ansehen. Sie sind auf Rausch aus und nehmen unangenehme Begleiterscheinungen offenkundig in Kauf", so Bernd Kramarczyk.
Das sogenannte "Komasaufen" von Jugendlichen bestätigt den bundesweiten Trend des hemmungslosen Umgangs mit Alkohol. Das Einstiegsalter für regelmäßigen Konsum von Bier, Wein, Schnaps und Mixgetränken ist seit 1970 von 15 auf 12 Jahre gesunken. Der volkswirtschaftliche Schaden durch übermäßigen Alkoholkonsum wird heute deutschlandweit bereits mit 22 Milliarden Euro beziffert. Hinter den nüchternen Zahlen stehen menschliche Schicksale. Die Aktionswoche, vom 13. bis zum 21. Juni, soll Hilfestellung sein, damit der Alkohol nicht zum wichtigsten Lebensinhalt wird.
Dienstag, 16. Juni 2009