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Die Ulanenkaserne in der Neuen Gartenstraße

Wo einst die Soldaten des Reiterregiments lebten, sind nun die Fürstenwalder eingezogen...

   

 

Ehemaliges Wachgebäude der UlanenkaserneDie Nähe von Stadtbürgern und Angehörigen des Militärs hat in Fürstenwalde lange Tradition. Über zwei Jahrhunderte (seit 1687) lebten die Soldaten im sogenannten „Bürgerquartier“ mit den Einwohnern der Stadt unter einem Dach. Mit der Bebauung des Geländes an der Gartenstraße 1897 erhielten die Soldaten schließlich eine zentrale Unterbringung. Damit einher ging der kontinuierliche Ausbau des Militärstandorts Fürstenwalde in den folgenden Jahrzehnten. Nach dem Ulanenregiment kam die Wehrmacht und mit Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 die Rote Armee der Sowjetunion. 1989 waren 520 ha der Flächen in Fürstenwalde militärisch genutzt, die mit Abzug der stationierten Einheiten für die Nachnutzung zur Verfügung standen.

 

Das ca. 30 ha große Areal an der Neuen Gartenstraße konnte in der Folge für die Wohnnutzung durch die Stadtbevölkerung erschlossen werden. Der Umbau der denkmalgeschützten Kasernenbauten Ende der 1990er Jahre ermöglichte die Schaffung eines nachgefragten Wohngebiets. Nicht mehr genutzte Platzanlagen (Exerzierplatz) und nicht nachnutzbare Gebäude (Panzergaragen) wichen der neuen Wohnbebauung.

 

Die Gebäudeanlage des ehemaligen Kasernenstandorts mit gut 300 Wohnungen zeigt sich charakteristisch in seiner architektonischen Gestaltung mit den an Brandenburgischen Gebäuden dieser Zeit häufig zu sehenden Backsteinfassaden. In Kombination mit dem von Linden gesäumten Straßenzug entsteht ein attraktives Wohngebiet. Der Denkmalschutz umfasst denn nicht nur die Wohn- und Wirtschaftshäuser des ehemaligen Ulanenregiments, sondern darüber hinaus An- und Neubauten des 20. Jahrhunderts sowie Teile der Freiraumanlage. Begründung für die Unterschutzstellung seitens des Landesamtes für Denkmalschutz sind die städtebauliche Anlage und die repräsentative Gestaltung für Funktionsbauten dieser Epoche. So erhalten die Typenbauten der Heeresbaunorm von 1937 ihre besondere Bedeutung aus der Ergänzung der städtebaulichen Konzeption.

 

Heute zeigt sich die Anlage entlang des Straßenzugs „Neue Gartenstraße“ in seiner West-Ost-Ausdehnung angefangen beim ehemaligen Offizierscasino straßenbegleitend bis hin zu einem Typenbau „Mannschaftsgebäude“ im Zusammenhang mit vorgelagerter Grünfläche. Die Ende der 1990er Jahre entstandene Rahmenplanung fasst die durch Abbruch veränderte städtebauliche Gestalt durch die Ergänzung mit Reihenhäusern neu und erhält damit die ursprüngliche Komposition.

 

Quellen u.a.:

Hackenberg, Klaus-Peter & Ortwin Ratei, Von Gärten und Ulanen, Stadt und Grün, 6/2001.

Stadt Fürstenwalde/Spree (Hrsg.), Landgewinn im Frieden. 10 Jahre Konversion in Fürstenwalde, 2004.