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Gedenkstätten

Kriegsgräberstätten

Kriegsgräberstätten sind besondere Stätten für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Hier soll für zukünftige Generationen die Erinnerung daran wach gehalten werden, welche schrecklichen Folgen Krieg und Gewaltherrschaft haben.

In der Stadt Fürstenwalde befinden sich insgesamt vier größere Kriegsgräberstätten sowie mehrere kleinere Einzelgräberstätten. Insgesamt sind ca. 2.423 Kriegstote auf den verschiedenen Kriegsgräberstätten begraben, davon ca. 655 Unbekannte.


Begraben sind hier nicht nur deutsche, sowjetische und polnische Soldaten und Zivilisten, die infolge von Kriegshandlungen im 2. Weltkrieg zu Tode kamen, sondern auch Soldaten und Zivilpersonen, die nach Kriegsende bis zum 31. März 1952 an den Folgen von Verletzungen, Kriegsgefangenschaft, Inhaftierung, Verfolgung und Vertreibung gestorben sind.

 
Folgende Kriegsgräberstätten gibt es in Fürstenwalde:
  • Kriegsgräberstätte auf dem Ottomar-Geschke-Platz mit 568 toten Soldaten der Roten Armee der ehemaligen Sowjetunion, die überwiegend bei den heftigen Gefechten in den Tagen zwischen dem 17. und 25. April 1945 zu Tode kamen oder in den darauffolgenden Tagen an ihren Verletzungen starben
  • Soldatenberg auf dem Neuen Friedhof mit 552 deutschen Toten, deren Sterbetag zwischen 1942 und 1945 liegt
  • Kriegsgräberstätte auf dem Südfriedhof an der Friedenstraße mit 19 deutschen Toten, die bei einem Gefecht am 24. April 1945 starben
  • Waldfriedhof an der Hegelstraße mit 661 deutschen Toten, die überwiegend erst nach Kriegsende an den Folgen kriegsbedingter Verletzungen und Erkrankungen verstorben sind
  • sowjetischer Garnisionsfriedhof im Stadtpark mit 25 sowjetischen Toten, die alle nach Kriegsende verstorben sind, darunter mehrere Kinder und Frauen sowie vermutlich ca. 500 sowjetische Kriegsgefangene
  • Kriegsgräberstätte sowjetischer Soldaten (Kriegsgefangener) auf dem Neuen Friedhof mit 17 Toten, die zwischen 1942 und 1945 starben
  • Kriegsgräberstätte polnischer Soldaten (Kriegsgefangener) auf dem Neuen Friedhof mit 10 Toten, die zwischen 1940 und 1943 starben
  • mehrere Einzelgräberstätten auf dem Neuen Friedhof mit insgesamt 71 deutschen Toten

 

Die Kriegsgräberlisten, in denen die Toten namentlich aufgelistet sind, werden von den einzelnen Kommunen in enger Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V., dem Landkreis und dem Ministerium des Innern geführt.

 

In der Zeit vom 19. bis voraussichtlich 28. Juli 2017 werden auf dem Neuen Friedhof in Fürstenwalde/ Spree mehrere deutsche Kriegsgräber in Einzellage in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und der Stadt Fürstenwalde auf den Soldatenberg umgebettet. Insgesamt sind momentan 27 Einzelgräber davon betroffen.
Diese Umbettungen werden gemäß § 6 Abs. 1 des Gesetzes über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz) in Verbindung mit § 5 Abs. 3 Nr. 3 des Gesetzes zur Ausführung des Gräbergesetzes im Land Brandenburg (GräbG-AGBbg) mit Zustimmung des Ministeriums des Innern durchgeführt.
Durch diese Umbettung werden die über den ganzen Neuen Friedhof verstreut liegenden deutschen Einzelkriegsgräber in die geschlossene Begräbnisstätte auf dem Soldatenberg umgebettet und dadurch der dauerhafte Erhalt und Pflege gewährleistet. 

 

 

Ansprechpartnerin:

Stadt Fürstenwalde/Spree

Fachgruppe Kommunalservice
Am Markt 4
15517 Fürstenwalde/Spree
 
Susanne Kleinschmidt
Zimmer: 234

Telefon: 03361 557-262

Fax/AB: 03361 557-3262

 

Bei berechtigten Suchanfragen von Hinterbliebenen kann die Stadt Auskunft geben, ob und wo ein gesuchter Kriegstoter in Fürstenwalde begraben ist.

 

Waldfriedhof Hegelstraße

Waldfriedhof Hegelstraße

 

Soldatenberg auf dem Neuen Friedhof

Soldatenberg auf dem Neuen Friedhof

 

 

 

 

 

Russischer Grabstein

Beispiel für einen Grabstein auf dem sowjetischen Garnisionsfriedhof im Stadtpark für Olga Romanenko. 

 

Das Mädchen ist vermutlich erst 1947 geboren und am

30.09.1947 gestorben. Auf dem sowjetischen Garnisionsfriedhof im Stadtpark liegen insgesamt 25 Tote, davon 14 Kinder (meist noch Babys und Neugeborene), 3 junge Frauen und 8 junge Männer. Die dort Bestatteten sind alle erst nach dem Krieg gestorben, wahrscheinlich an Krankheiten, Kriegsverletzungen oder durch Unfälle.

 

Übersetzung der Grabinschrift nach einem Gedicht von Michael Lermontow

 

Russischer Garnisionsfriedhof im Stadtpark

Sowjetischer Garnisionsfriedhof im Stadtpark

 

 

 

 


Gedenkstätte Internierungslager Ketschendorf

Das Speziallager Nr. 5 wurde als eines von zehn solcher Speziallager in der Sowjetischen Besatzungszone vom sowjetischen Geheimdienst NKWD Ende April 1945 auf dem Gelände einer Arbeiterwohnsiedlung der Deutschen Kabelwerke am südlichen Stadtrand von Ketschendorf (heute Fürstenwalde) eingerichtet. Deren Bewohner wurden gezwungen, die Siedlung zu räumen.


Mehr als 10.000 Menschen wurden in den für normalerweise 500 Personen ausgelegten Siedlungshäusern unter unmenschlichen Bedingungen eingepfercht. Sie wurden ohne Schuldfeststellung und Verurteilung interniert, oft Opfer von Denunziationen, willkürlich Verhaftete oder Gegner des politischen Neuanfangs. Unter den Internierten waren auch mehr als 1.600 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren, denen unterstellt worden war, als Partisanen der früheren Hitler-Jugend, sogenannten Werwölfen, gegen die Besatzungsmacht kämpfen zu wollen. Die katastrophalen Lebensbedingungen im Lager waren gekennzeichnet durch Hunger, mangelhafte Hygiene, kaum medizinische Versorgung, Untätigkeit, Hoffnungslosigkeit.
Bis zur Auflösung des Lagers am 17. Februar 1947 kamen hier mehr als 4.700 Menschen ums Leben: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Männer und Frauen, Schuldige und Unschuldige. Sie starben unter unmenschlichen Bedingungen, zum Beispiel an Unterernährung, Entkräftung und Tuberkulose. Die Toten wurden in Massengräbern im sogenannten „Wäldchen“ zwischen dem Lager und der Autobahn in Massengräbern verscharrt. An dieser Stelle befindet sich heute die Gedenkanlage.
Die überlebenden Häftlinge wurden in andere Speziallager verlegt, so nach Buchenwald, Jamlitz, Mühlberg und Fünfeichen oder in Arbeitslager in die Sowjetunion verschleppt.


Die Überlebenden waren bis 1989/ 90 zum Schweigen verpflichtet. In der DDR-Geschichtsschreibung gab es solche Lager nicht.

1952 stieß man bei Ausschachtungsarbeiten für Wohnhäuser auf diesem Gebiet auf die Massengräber der im Lager Ketschendorf Umgekommenen. Sie wurden auf Initiative des evangelischen Pfarrers Ernst Teichmann auf den Waldfriedhof Halbe umgebettet. Unter Geleitschutz des Ministeriums für Staatssicherheit wurden die sterblichen Überreste der Toten unter strenger Geheimhaltung auf 30 Lastwagen von Ketschendorf nach Halbe verbracht und dort anonym auf dem Kriegstotenfriedhof bestattet.

 

Überlebende des Lagers sorgten nach der Friedlichen Revolution mit Mut und Tatkraft dafür, dass schon am 8. Mai 1990 eine erste Gedenkveranstaltung für das Lager Ketschendorf und seine Opfer stattfand. Nach 1990 wurde in Ketschendorf eine Gedenkstätte für die Opfer des stalinistischen Terrors errichtet.
Nun konnte man endlich damit beginnen, der Toten am Ort ihres Sterbens und an ihrer Ruhestätte auf dem Waldfriedhof Halbe zu gedenken. Man konnte vom Leben und Leiden im Lager erzählen. Man konnte beginnen, die Geschichte des Lagers zu beschreiben und öffentlich zu machen. Nach Jahrzehnten der Ungewissheit konnte man endlich auch in aller Öffentlichkeit beginnen, nach Verschollenen zu suchen und Schicksale zu klären.

 

2004 ließ der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Zusammenarbeit mit der Initiativgruppe für den Waldfriedhof Halbe 49 Steintafeln mit den Namen der 4.621 damals bekannten Toten anfertigen und auf die Grabfelder legen. Die Namenstafeln wurden am 8. Mai 2004 in einer ökumenischen Feier eingeweiht, an der Vertreter des Volksbundes, der Kirchen, der Landesregierung und mehrere Hundert Angehörige und ehemalige Lagerhäftlinge teilnahmen.

 

2014 wurde von der Initiativgruppe Internierungslager Ketschendorf ein Totenbuch für die Opfer des Lagers herausgegeben. Nach umfangreichen Recherchen durch Dr. Andreas Weigelt konnten die Namen von 4.722 Toten erfasst werden. Sie sind - soweit möglich - mit Namen, Vornamen, Geburtstag, Geburtsort, letztem Wohnort und Sterbedatum verzeichnet.

 

 

Kontakt

Geschäftsstelle der Initiativgruppe Internierungslager Ketschendorf e.V.
Frankfurter Str. 4
15517 Fürstenwalde/Spree
Telefon: 03361 307 873

 

Gedenkstein Internierungslager Ketschendorf

Gedenkstein Internierungslager Ketschendorf

 

Links:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:
Andreas Weigelt: Totenbuch des sowjetischen Speziallagers Nr. 5 Ketschendorf 1945-1947, Hrsg.: Initiativgruppe Internierungslager Ketschendorf e.V., Berlin 2014

 

 


Jüdischer Friedhof

Der jüdische Friedhof in der Stadt Fürstenwalde befindet sich in der Frankfurter Straße an der Ecke Grünstraße. Er hat eine Gesamtgröße von 1.797 m².

Dem jüdischen Glauben nach, handelt es sich hierbei um einen heiligen Ort, an dem die Bewahrung der Ruhe der Toten oberste Priorität hat. Wie im Islam und früher auch im Christentum üblich, gibt es keine „Liegezeitbegrenzung“ für die sterblichen Überreste. Selbst wenn keine Grabsteine mehr existieren und jegliche Markierung fehlt, bleibt die Bestattungsfläche für immer der jüdische Friedhof am Ort.

 

Der jüdische Friedhof existiert in Fürstenwalde seit 1829. Der Bau der Friedhofsmauer ist für 1835 belegt. Aber erst 1884 gab es eine eigene jüdische Gemeinde in Fürstenwalde, die bis dahin von Frankfurt (Oder) aus mitbetreut wurde.


In der Zeit von 1829 bis 1936 fanden hier Bestattungen von jüdischen Bürgern statt, die in Fürstenwalde wohnten. Der älteste Grabstein trug das Sterbejahr 1854.
1928 wurde die prächtige achteckige Trauerhalle eingeweiht. In der damaligen Regionalpresse wurde die Weihefeier dazu ausführlich und positiv beschrieben - von einem selbstverständlichen Miteinander, Akzeptanz und Toleranz gegenüber den Fürstenwalder Juden war die Rede.

 

Einige Jahre später war davon wenig geblieben – die letzte Beisetzung soll 1936 stattgefunden haben. In der Pogromnacht im November 1938 wurde von nationalsozialistischen Fanatikern nicht nur die prächtige Trauerhalle auf dem Friedhof zerstört, sondern auch die jüdische Synagoge in der Frankfurter Straße in Brand gesetzt.
Die wenigen noch in Fürstenwalde verbliebenen jüdischen Bewohner wurden Ende 1941 deportiert; nur die wenigen „in Mischehe“ lebenden Juden blieben zurück. Mit dem zwangsweisen Verkauf des Geländes an die Stadt schien 1944 das Schicksal des jüdischen Friedhofes besiegelt.

 

In den Jahren der DDR lag der Friedhof unberührt und unbeachtet da und verwilderte zunehmend. 1988 fanden erste Aufräumarbeiten statt.
Ab 1999 begann eine sorgfältige Bestandserfassung und Archivrecherche, auf dessen Grundlage der Friedhof aufwendig rekonstruiert werden konnte. Am 4. September 2001 wurde die Gedenkstätte neu eingeweiht.
An die Synagoge in der Frankfurter Straße 96 erinnert eine Gedenktafel mit einem Davidstern an der Fassade eines Wohnhauses, auf dessen Gelände sich die Synagoge befand.

 

Im Rahmen von Projektarbeiten setzen sich Fürstenwalder Schüler seit Jahren intensiv mit der Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Fürstenwalde auseinander.

 

Besichtigung

Interessierte Besucher können sich den Schlüssel für den jüdischen Friedhof im Museum der Stadt Fürstenwalde, Domstraße 1 zur Besichtigung ausleihen.

 

Jüdischer Friedhof

Jüdischer Friedhof

 

Trauerhalle des jüdischen Friedhofs Fürstenwalde

Trauerhalle des jüdischen Friedhofs Fürstenwalde (Quelle: „Fürstenwalder Zeitung“ vom 3.Juni 1928)

 

 

 

 

Quelle:
Wolfgang Weißleder: Der gute Ort – Jüdische Friedhöfe im Land Brandenburg; Hrsg.: Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen in der Stadt Potsdam e.V., Potsdam 2002