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Projekt 1 FrauenOrte

FrauenOrte im Land Brandenburg

   
ist ein Projekt des Frauenpolitischen Rates Land Brandenburg mit dem Ziel, Leben und Wirken historischer Frauenpersönlichkeiten einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Das Projekt wurde im Jahr 2010 mit einer Förderung durch Kulturland Brandenburg e.V. und durch das das MASF begonnen. Die Idee der FrauenOrte kommt aus Sachsen-Anhalt. Dort ist aus dem Projekt „FrauenOrte – Frauengeschichte in Sachsen-Anhalt“ in Vorbereitung der EXPO 2000 bis heute ein Netzwerk von über 50 FrauenOrten entstanden.

Frauen haben in Brandenburg – ebenso wie Männer – während ihrer Lebenszeit ihre Umgebung gestaltet und durch ihre Aktivitäten vielfältig und nachhaltig geprägt. In der Geschichtsschreibung und in der öffentlichen Wahrnehmung tauchen sie mit Ausnahme einiger Adelsvertreterinnen – anders als Männer – so gut wie nicht auf. Damit wird wertvolles Wissen über den Beitrag von Frauen zur Geschichte und Entwicklung des Landes Brandenburg außer acht gelassen.

Diese Spuren wieder sichtbar zu machen, ist das Ziel des Projekts FrauenOrte im Land Brandenburg. Damit wird Frauengeschichte als Teil der Landesgeschichte in das öffentliche Bewusstsein gerückt. In Zusammenarbeit mit regionalen Institutionen und Initiativen werden beispielhaft Orte, die zum Leben und Schafen der beschriebenen Frauen einen klaren Bezug haben (Museen, Wohnhaus, Geburts-/Sterbehaus, Arbeitsstätte) als FrauenOrte gekennzeichnet.

Zur Weiterführung des Projektes sucht der Frauenpolitische Rat Kooperationspartnerinnen und –partner, die für das Projekt FrauenOrte im Land Brandenburg verdiente Frauen vorschlagen und die Aktivitäten vor Ort initiieren und begleiten.
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kriterien für die Anmeldung
Anmeldeformular

Fürstenwalde gehörte mit zu den ersten Städten im Land Brandenburg, die Interesse bekundet hatte. Gleichstellungsbeauftragte Anne-Gret Trilling meldete in Absprache mit dem Gleichstellungsbeirat und dem Fürstenwalder Frauennetzwerk Clara Grunwald. 
 
   

 

Clara Grunwald (1877 – 1943)

 

Clara Grunwald wird am 11. Juni 1877 in einer kinderreichen jüdischen Familie in Rheydt geboren. Ihr Lebensziel ist es, Lehrerin zu werden. Nach ihrer Ausbildung erhält sie eine Anstellung im Berliner Norden. Sie arbeitet nach den Methoden der italienischen Reformpädagogin Maria Montessori und fördert Kinder mit Verhaltensstörungen und verschiedenen Lernschwächen. 1924 werden auf Claras Initiative zwei Volkskinderhäuser gegründet, in denen Arbeiterkinder betreut werden. In vielen Städten Deutschlands hält sie Vorträge über die Methoden der Reformpädagogik und wird 1925 erste Vorsitzende der deutschen Montessori-Gesellschaft. Clara nimmt Bertel Elmenreich, eine Analphabetin, als Pflegetochter zu sich und bildet sie zu einer guten Schülerin heran, die später erfolgreich eine Gartenbaufachschule abschließt. Diese Pflegetochter heiratet den Landwirt Martin Gerson. Nach 1933 wird Clara Grunwald die Lehrerlaubnis für öffentliche Schulen entzogen und die Nazis schließen ihre Kinderhäuser. Als 1941 Martin Gerson die Leitung des Gutes in Neuendorf im Sande übernimmt, kommt auch Clara Grunwald in die Fürstenwalder Gegend. Sie erteilt nun jüdischen Kindern und Jugendlichen wieder Unterricht, der wegen der Verbote der Nazis nur mündlich stattfinden darf. Deshalb vermittelt sie Wissen an praktischen Beispielen in der Natur und lehrt die Kinder die Liebe zur Natur und die Achtung vor dem Leben. Im April 1943 werden alle noch im Gut Neuendorf lebenden Juden nach Auschwitz deportiert. Clara Grunwald will bei ihren Schützlingen bleiben und geht mit ihnen auf den Transport nach Auschwitz. Ihre Fähigkeiten als Pädagogin sowie ihre Liebe und Umsicht bei der Arbeit mit Kindern sind unvergessen. 
 

  Foto Cl.ara Grunwald
Tafel Clara GrunwaldDi  
  Die Tafel wurde am 9. Dezember 2010 unter großer öffentlicher Anteilnahme am Fürstenwalder Bahnhof enthüllt.  

  Einweihung FrauenOrt Clara GrunwaldPressespiegel