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Integration

Bürgerdialog: Integration

 

Kontakt

Refugees welcome

Die Situation in den Kriegs- und Krisengebieten der Welt hat derart drastische Formen angenommen, dass eine große Anzahl von Menschen nur eine Möglichkeit sieht, um das eigene Leben und das ihrer Angehörigen zu schützen: Sie verlassen ihre Heimat, oft getrennt von der Familie, um den desaströsen und lebensfeindlichen Bedingungen und Verfolgung zu entgehen.

 

Unsere Stadt hat sich spürbar verändert, viele Menschen haben bereits Schutz und Unterkunft gefunden und sind Teil unseres Gemeinwesens geworden. Der Landkreis rechnet mit einer steigenden Zahl an Flüchtlingen, wobei eine verlässliche Schätzung nicht möglich ist.

 

Derzeit sind in der Stadt Fürstenwalde vier Flüchtlingsheime in Betrieb. Außerdem sind einige Flüchtlingsfamilien auch in Wohnungen untergebracht.

 

Wenn Sie selbst in Kontakt mit Flüchtlingen treten oder konkret helfen wollen, finden Sie hier mehr Informationen über Institutionen, Träger und Ansprechpartner.

 

Weitere aktuelle Fakten bietet Ihnen auch das Interview mit Bürgermeister Hans-Ulrich Hengst.

 


 

Herzlich willkommen in Fürstenwalde.

welcomeBürgermeister Hans-Ulrich Hengst antwortet auf Fragen von Bürgerinnen und Bürgern zum Thema Einwanderung und zur Situation von Asylbewerbern in Fürstenwalde.

 

Bürgermeister Hans-Ulrich HengstVor einigen Wochen habe ich an gleicher Stelle über die Herausforderungen im Zusammenhang mit den zu uns kommenden Asylbewerbern und Flüchtlingen gesprochen. Seit dem hat sich die Situation insgesamt in Europa, Deutschland, Brandenburg und damit auch in der Stadt Fürstenwalde weiter verschärft. Jeden Tag erreichen uns Bilder von unmenschlichen Zuständen an den Grenzübergängen oder den Erstaufnahmelagern. Seit den Anschlägen in Paris haben viele Menschen Angst um ihre Sicherheit. Ich möchte auf einige Fragen eingehen, die mich erreichen.

 

 

Stadt Fürstenwalde/Spree

Fachgruppe Familie, Soziales und Bildung

Am Markt 4

15517 Fürstenwalde/Spree

 

Ihre
Ansprechpartnerin:

Katja Hoffmann

Integrationsmanagement

Zimmer 187
Telefon: 03361 557-504

Fax/AB: 03361 557-3504

 

Anfragen zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern

Landkreis Oder-Spree

Amt für Ausländerangelegenheiten und Integration

Katja Kaiser
Amtsleiterin Amt für Asyl- und Flüchtlingsfragen
Telefon: 03366 35-1100
Telefax: 03366 35-4550


Anfragen zu Möbelspenden

Möbelkammer der GefAS
Hegelstraße 22
15517 Fürstenwalde/Spree
Telefon: 03361 376793

 

Anfragen zu ehrenamtlichem Engagement

Freiwilligenzentrum Fürstenwalde

Christine Ehrmüller
Eisenbahnstraße 16 

15517 Fürstenwalde/Spree
Telefon: 03361 770840

 

HelpTo   Hilfeportal
   HelpTo

Frage:

Wie viele Asylanten gibt es in Fürstenwalde?

Hengst:

Wir sprechen von Asylbewerbern und Flüchtlingen. Mit Stand von Ende Oktober waren es im Leistungsbezug nach Asylbewerberleistungsgesetz 789 Personen in Fürstenwalde. Hinzu kommen ca. 70 Jugendliche im ALREJU (Heim für Alleinreisende Jugendliche) sowie ca. 700 Personen, die im SGB II-Bezug sind. Das sind die Personen, die geduldet sind. Wir gehen derzeit von einem Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in Fürstenwalde von ca. 11 Prozent aus.

   

Frage:

Wo sind die Asylbewerber untergebracht?

Hengst:

Es sind 503 Personen in Übergangswohnheimen (im Haus Hoffnung, Langewahler Straße, im Asylbewerberheim am Tränkeweg und bei der GefAS an der Hegelstraße) untergebracht, 93 in Wohnverbünden und 193 in Wohnungen.

   

Frage:

Es gibt ja Gerüchte, dass auch noch die Odersun-Hallen oder das Finanzamt belegt werden sollen? Was ist dran?

Hengst:

Die Odersun-Hallen befinden sich im Eigentum des Landkreises Oder-Spree. Für die Nutzung hat der Landkreis andere Vorstellungen. Dennoch ist es besser diese Hallen vorübergehend zu nutzen, bevor der Landkreis z.B. in Sporthallen ausweichen muss und auch der Schul- oder Vereinssport betroffen wäre. Deshalb prüft die Stadt auch von sich aus, ob dem Landkreis weitere Liegenschaften angeboten werden, die mit einem vertretbaren Aufwand für eine kurzfristige Flüchtlingsunterbringung hergerichtet werden können.

 

 

Frage:

Haben Sie ein konkretes Objekt im Auge?

Hengst:

Die Stadt prüft, ob einzelne Gebäude auf dem Gelände von Lacufa, die bereits jetzt für den gewerblichen Zweck entbehrlich sind, dem Landkreis angeboten werden sollten.

 

 

Frage:

Und was ist mit dem Finanzamt?

Hengst:

Das ist eine Landesliegenschaft, die derzeitig nicht genutzt wird. Das Land prüft, ob sich die Liegenschaft als eine weitere Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt eignet. Dagegen hat der Landrat interveniert, der nicht nur den Landkreis sondern auch die Stadt Fürstenwalde im Vergleich zu anderen Regionen in Brandenburg besonders belastet sieht. Eine endgültige Entscheidung des Landes steht aber derzeit noch aus.

 

 

Frage:

Auch vom RMG-Gebäude und der ehemaligen Discothek „Julius“ hat man läuten hören, dass dort Flüchtling einziehen sollen…

Hengst:

Bezüglich des ehemaligen RMG-Bürogebäudes sind die Weichen gestellt. Im Dezember werden dort zusätzliche Plätze für das ALREJU geschaffen. Die Hauptstelle in der Luise-Hensel-Straße platzt aus allen Nähten. Zur Disco „Julius“: Der Landkreis hat mitgeteilt, dass ihm das Objekt durch den Eigentümer zur Nutzung angeboten worden ist. Eine Entscheidung dazu steht jedoch noch aus.

 

 

Frage:

Wie viele Flüchtlinge werden denn noch kommen?

Hengst:

Die Landkreise bekommen vom Land die Flüchtlingskontingente zugeteilt, die sie unterbringen müssen. Die Landkreise wiederum verteilen die Flüchtlinge auf die Kommunen. Wie Anfang November bekannt wurde, soll der Landkreis in diesem Jahr insgesamt 2.616 Flüchtlinge aufnehmen, im August war man noch von 1.813 Personen ausgegangen. Ich beneide Rolf Lindemann als Flüchtlingsbeauftragten unseres Landkreises nicht um diese Mammutaufgabe.

 

 

Frage

Warum scheint es so, als ob die Flüchtlinge alle nach Fürstenwalde kommen?

Hengst:

Fürstenwalde ist die größte Stadt im Landkreis Oder-Spree. Eisenhüttenstadt hat die Landeserstaufnahmeeinrichtung, die derzeit mit fast 4.000 Menschen belegt ist. Das ist schon eine ganz schöne Belastung. Mittlerweile werden Flüchtlinge auch in kleinere Kommunen verteilt. Dort fehlt es aber häufig an der sozialen Infrastruktur und insbesondere an verfügbarem Wohnraum. Hier sind aber alle Kommunen gefragt und die Kreisverwaltung ist bemüht, die Lasten zu verteilen.

 

 

Frage:

War nicht noch der Fuchsbau im Gespräch?

Hengst:

Ja, ich gehe davon aus, dass der Fuchsbau belegt wird. Aber die Herrichtung für den Zweck der Flüchtlingsunterbringung dauert offensichtlich länger als ursprünglich angenommen.

 

 

Frage:

Haben wir denn noch Platz in unseren Schulen und Kitas?

Hengst:

Ja und nein, die Gerhard-Goßmann-Grundschule ist voll belegt, die Fontane-Grundschule und die Sonnengrundschule ebenfalls. An der Sigmund-Jähn-Grundschule lernen jetzt 40 Kinder, die noch nicht Deutsch sprechen. Wie die neue Schulleiterin Ines Tesch jüngst berichtete, ist nun auch ein Lehrer mit der Spezialausbildung „Deutsch als Zweitsprache“ im Einsatz. Auch die übrigen Lehrerinnen und Lehrer bemühen sich, den Flüchtlingskindern den Einstieg in das deutsche Schulsystem zu erleichtern. Zahlreiche Schulkinder sind im Auftrag des Schulamtes aber auch in Bad Saarow und Storkow untergebracht. Die kleineren Kinder werden in Eltern-Kind-Spielgruppen vor Ort in den Heimen betreut. Deshalb ist die Nachfrage von Flüchtlingen nach Kita-Plätzen trotz Rechtsanspruchs bislang gering.

   

Frage:

Wenn mehr Asylbewerber kommen, habe ich Angst, dass die Kriminalität steigt, Wohnungseinbrüche, Autodiebstähle usw.

Hengst:

Der Chef der Fürstenwalder Polizeiinspektion hat mir versichert, dass es aktuell keine Auffälligkeiten bezüglich der Kriminalitätsentwicklung im Umfeld der Heime oder durch Asylbewerber gibt. Die Flüchtlinge haben andere Sorgen und sind auch nicht gewerbs- und bandenmäßig organisiert.

 

 

Frage:

Schleppen Flüchtlinge nicht auch viele Krankheiten ein?

Hengst:

Wer viele Monate auf der Flucht ist, kümmert sich vermutlich nicht um seinen Impfausweis. Dennoch sieht das Gesundheitsamt des Landkreises kein Grund zur Besorgnis. In der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes ist für eine medizinische Erstuntersuchung gesorgt. Wir müssen also keine Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten befürchten.

   

Frage:

Was halten Sie von einem Knigge für Flüchtlinge?

Hengst:

Grundsätzlich finde ich es völlig richtig, Menschen, die zu uns kommen und unser Land, unsere Sitten und Traditionen nicht kennen, zu sagen, was bei uns üblich ist und wie man sich hier zurecht findet. Das erleichtert unser Zusammenleben. Auch einen Grundkurs zum Thema Grundgesetz und deutsches Rechtssystem finde ich für diejenigen nützlich, die vorhaben, sich in Deutschland dauerhaft niederzulassen. Es gibt da aus anderen Kommunen gelungene Beispiele.

 

 

Frage:

Lernen die Flüchtlinge denn deutsch?

Hengst:

Die Bereitschaft Deutsch zu lernen, ist sehr groß. Die Deutschkurse an der VHS und bei anderen Trägern sind ausgebucht. Schön wäre, wenn sich z. B. ehemalige Deutschlehrerinnen und –lehrer finden, die bereit sind, Stunden zu geben. Dies koordiniert die Volkshochschule unter dem Motto „Hilfe für Helfer“.

   
Frage: Wohin kann ich mich wenden, wenn ich noch mehr Fragen habe?
Hengst:

Beim Landkreis Oder-Spree ist eine Stabsstelle Integration eingerichtet worden. Wir haben auch auf unserer Internetseite Kontaktmöglichkeiten veröffentlicht. Dort kann man erfragen, ob und welche Sachspenden bei den einzelnen Trägern erwünscht sind. Hier können sich auch Interessierte melden, die den Bundesfreiwilligendienst im Bereich Flüchtlingshilfe ableisten wollen. Aber natürlich können Sie Ihre Fragen auch jederzeit an uns schicken oder mit uns telefonieren. Schauen Sie doch auf unsere Homepage unter dem Stichwort Integration „Ich möchte helfen“.