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„Bin ich schön?“ „Bin ich zu dick?“ Diese Fragen beschäftigen fast alle jungen Leute auf dem Weg zum Erwachsensein.
Das Fürstenwalder Frauennetzwerk hat anlässlich der Brandenburgischen Frauenwoche die Gruppe theaterspiel nach Fürstenwalde eingeladen, um ihr Stück „Durch dick und dünn“ auf die Bühne der Kulturfabrik zu bringen. Am Mittwoch, dem 18. März 2009 um 11 Uhr sind 130 Mädchen der 7. bis 9. Klassen der 1. und 2. Oberschule sowie des Katholischen Gymnasiums in den Theaterkeller eingeladen. Sie treffen dort Lisa und Nina. Die beiden begegnen sich nach Jahren bei einem Casting wieder. Nina steht im Rampenlicht, Lisa verschwindet in deren Schatten. Sie kämpft gegen ihre Magersucht...
Im Jahr 2001 sind ca. 6.000 Menschen an den Folgen von Magersucht gestorben. Rund 3,7 Millionen Menschen leiden in Deutschland an gefährlichem Untergewicht. Ca. ein Viertel aller 7- bis- 10-jährigen Mädchen hat schon eine Diät gemacht. 90 Prozent der weiblichen Teenager wollen abnehmen, so die Zahlen.
Auch in Fürstenwalde können die Lehrer, Sozialarbeiter an Schulen und in Jugendeinrichtungen diesen Trend beobachten. „Deshalb haben wir uns vorgenommen, das Thema offensiv anzugehen“, so Dana Brandner vom Jugendclub Nord. Sie hat gemeinsam mit der Schulsozialarbeiterin Marion Domke mit den Mädchen der 2. Oberschule Collagen zum Thema gefertigt, die auch am Tag der Aufführung in der Kulturfabrik zu sehen sind.
„Wir beobachten ein deutliches, aber sehr leise artikuliertes Interesse an diesem Thema, das allzu gern als „Entgleisung“ und nicht als Krankheit gesehen wird“, so Heike Dudek vom Gesundheitsamt des Landkreises. Das bestätigen auch die Erfahrungen der Mitarbeiterinnen der Bibliothek. Sie haben deshalb am 19. März eine thematische Gesprächsrunde für die Schülerinnen der 1. und 2. Oberschule sowie des Katholischen Gymnasiums organisiert und eine Psychologin sowie die Bezirksgeschäftsführerin der BARMER eingeladen. Am 25. März stellen Jugendliche der 1. Oberschule ihren Mitschülerinnen und Mitschülern Sachbücher und Belletristik zum Thema vor. „Uns war es sehr wichtig, den Jugendlichen zu signalisieren, dass wir zu diesem Thema vielfältige Literatur vorrätig haben und mit Infos helfen können“ so Franziska Horváth, Mitarbeiterin der Bibliothek, die auch bei anderen Themen enge Kontakte zu Schulen pflegt.
Um auch nach dem Theaterstück und den Veranstaltungen das Thema Essstörungen komplex bearbeiten zu können, hat das Gesundheitsamt eine Liste mit Ansprechpartnern in der Region erstellt, die in der Stadtbibliothek, über das Internet und bei der Gleichstellungsbeauftragten Anne-Gret Trilling erhältlich ist.
Ansprechpartner zum Thema Essstörungen
Die Theateraufführung der Gruppe theaterspiel http://www.theater-spiel.de wird finanziell unterstützt vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie des Landes Brandenburg, der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreise Oder-Spree sowie mit Mitteln der Stadt Fürstenwalde.
Am 19. März ist das Stück zu Gast in Eisenhüttenstadt, am 17. März in der Mädchenzukunftswerkstatt in Teltow.