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Traumberuf oder Hartz IV? Übergangsmanagement Schule - Beruf nimmt seine Arbeit auf

Ricardo Jonach hat es geschafft. Nach einer Ehrenrunde und einem sozialen Jahr hat er jetzt die Chance, seinen Traumberuf Krankenpfleger im Helios Klinikum in Bad Saarow zu erlernen. Auch für Sascha Melzer, ebenfalls ein ehemaliger Schüler der 2. Oberschule in Fürstenwalde, eröffnen sich jetzt Perspektiven.

Dass das kein leuchtendes Beispiel bleibt, sondern die Regel für jugendliche Schulabgänger werden soll, dafür sorgen jetzt Barbro Kluge und ihre Mitstreiter vom Projekt „Fürstenwalder Übergangsmanagement an der ersten Schwelle“. Es soll Jugendliche unterstützen auf ihrem Weg von der Schule in die Berufsausbildung.

Das Projekt „Fürstenwalder Übergangsmanagement“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Europäische Union - Europäischer Sozialfonds - finanziert. Es ist das einzige bewilligte Projekt im Land Brandenburg und eins von insgesamt 28 im gesamten Bundesgebiet.

„Die Stadt Fürstenwalde wurde auch berücksichtigt, weil wir hier nicht am Anfang stehen, auf bewährte Strukturen und Akteure zurückgreifen können und somit auch Modell sein können für andere“, betont Bürgermeister Manfred Reim. Schon 2005 wurde die Stadt Fürstenwalde unter dem Motto Stärken stärken als einer von 15 regionalen Wachstumskernen ausgewählt. Das eingereichte Standortentwicklungskonzept beinhaltete auch die Initiative Fach- und Nachwuchskräftesicherung. Eine Maßnahme unter diesem Dach sei die sehr erfolgreiche 1. Fürstenwalder Ausbildungsbörse im März diesen Jahres gewesen. Ein weiterer Baustein ist nun das Übergangsmanagement.

„Strategisches Ziel der Initiative ist die Sicherung der Fachkräfte und des Berufsnachwuchses für die Unternehmen der Region“, erläutert Barbro Kluge, die Projektleiterin.

Schon jetzt sei es so, dass in den Unternehmen Ausbildungsplätze bereit stehen, diese aber oft schon nicht mehr mit geeigneten Bewerbern besetzt werden könnten. Gleichzeitig verlassen etwa 10 % aller Schüler die Schule ohne Berufsbildungsreife und ca. 25% aller Lehrlinge beenden ihre Ausbildung ohne Abschluss.

Gemeinsam mit den zuständigen Akteuren vor Ort wie den LehrerInnen an den Oberschulen, den MitarbeiterInnen der Berufsberatung, den SozialarbeiterInnen und BetreuerInnen sowie den Unternehmen am Standort wird das Projekt nach den Problemen am Übergang von der Schule in Ausbildung forschen und nach Verbesserungen suchen. Dabei werden auch die Schüler selbst sowie deren Eltern und Großeltern einbezogen.

Das Projekt wird die Schulen bei der Berufsorientierung unterstützen, Beratungs- und Betreuungsangebote für SchulabgängerInnen sichten und sich um Jugendliche kümmern, die Probleme während der Berufsausbildung haben. Geplant ist auch die Schaffung einer regionalen Ausbildungsplatzdatenbank, in der ortsansässige Unternehmen langfristig und unbürokratisch ihre freien Lehrstellen veröffentlichen können. So finden SchulabgängerInnen auf einen Blick Hinweise auf freie Ausbildungsplätze in der Stadt und in der nahen Umgebung.

Rircardo Jonach hat es über Umwege geschafft und jetzt die Chance, seinen Traumberuf zu ergreifen. Sein Appell: „... nicht locker lassen, richtig rein beißen und jede Unterstützung nutzen. In der Schule nicht so faul sein. Es muss ja nicht jeder so einen komplizierten Weg nehmen wie ich“.

Auch Sascha Melzer hat jetzt seine Chance. Die Duktil Guss GmbH hat sich auf das Wagnis eingelassen, Sascha trotz eines schlechten Schulabschlusses ab dem 2. Ausbildungsjahr zu übernehmen. Jetzt ist Sascha am Zug. Das Übergangsmanagement wird ihn dabei unterstützen.

Mehr Informationen bei Projektleiterin Barbro Kluge unter der Telefonnummer (03361) 557-176.

Pressemitteilung vom 02.09.2008, abgelaufen am 30.11.2008, Autor: Anne-Gret Trilling