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Ca. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Land Brandenburg diskutierten gestern auf Einladung von pro Familia Brandenburg und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Fürstenwalde Anne-Gret Trilling über die Arbeit mit Tätern häuslicher Gewalt.
Alle Beteiligten aus frauenuntersützenden Einrichtungen, aus Polizei, Beratungsstellen, Justiz und dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie waren sich einig, dass für die Opfer häuslicher Gewalt viel getan wird, sich bislang aber niemand um die Täter kümmert. Dabei ist dies aber ganz besonders wichtig, weil damit neuen Gewalttaten sinnvoll vorgebeugt werden könne. Das beweisen die Erfahrungen aus anderen Bundesländern.
Stefan Beckmann von der Berliner Interventionszentrale gegen Häusliche Gewalt wies auf die Bedeutung der Vernetzung mit den frauenunterstützenden Einrichtungen hin. Hagen Bottek arbeitet in Weimar seit 2003 mit Tätern häuslicher Gewalt. Jährlich suchen über 200 Männer die Beratungsstelle auf und nehmen an den Programmen teil, mit Erfolg.
Ziel ist es, auch im Land Brandenburg eine „Männerberatung“ aufzubauen. „Wir wollen ein Angebot schaffen, dass gewalttätige Männer erreicht, die bereits mit Polizei und Justiz in Kontakt gekommen sind, aber auch solche, die für ihren eigenen Wunsch nach Veränderung ein Hilfsangebot suchen“, so Sandra Schramm von pro familia
Solche Täterprogramme sollen in Ergänzung zu polizeilichen und juristischen Sanktionen den Tätern ihre Verantwortung für das Geschehene verdeutlichen und Veränderungsmöglichkeiten aufzeigen. Dabei handelt es sich um ein psychosoziales Training, durch das gewalttätige Männer lernen sollen, die Verantwortung für ihre Taten zu übernehmen. Das Hinterfragen der Taten und der Dynamik, die zur Gewalt führte, soll andere Wege aufzeigen, Konflikte gewaltfrei zu lösen. „Das Ziel dieser Arbeit ist die möglichst überprüfbare Verhaltensänderung des Täters zum Schutz des Opfers“, betonte Christian Neumann, Geschäftsführer von pro familia Brandenburg.
Zum Abschluss des Fachtages stellten Sandra Schramm und Haiko Ludwig erste konzeptionelle Ideen vor, wie Täterprogramme in Brandenburg aussehen könnten. Genau darüber informiert sich auch Justizministerin Beate Blechinger, die am morgigen Donnerstag, dem 27.11.2008, um 15 Uhr die pro familia Geschäftsstelle in Potsdam besucht.
Für weitere Nachfragen können Sie sich gern an Sandra Schramm und Haiko Ludwig vom Projekt ‚Täterarbeit’ bei pro familia Brandenburg wenden.