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Aktionen zum Antigewalttag auch in Fürstenwalde: Arbeitstagung, Fahnenaktion und Kinofilm

Für eine Frau ist es wahrscheinlicher, Opfer von Gewalt durch Ehemann oder Partner zu werden, als bei einem Unfall verletzt zu werden, besagen langjährige Statistiken. Ein Viertel aller Frauen hat schon einmal Gewalt in einer Beziehung erlebt, schätzen Experten. Ca. 20 Prozent der Arbeitsausfälle von Frauen sind auf häusliche Gewalt zurückzuführen, meinen Ärzte.

Rund 40.000 Frauen suchen jährlich Zuflucht in einem Frauenhaus. In Fürstenwalde waren es im Jahr 2008 bislang 18 Frauen mit 17 Kindern.

An der Brisanz dieser Zahlen hat sich auch seit der Einführung des Antigewalttages durch die Vereinten Nationen im Jahr 1999 nichts geändert. Der 25. November steht unter dem Motto „Frei leben - Nein zu Gewalt an Frauen“. Er geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 vom dominikanischen Geheimdienst nach montaglanger Folter getötet wurden.

Inzwischen beteiligen sich über 800 Organisationen in rund 90 verschiedenen Ländern an Aktionen rund um den Antigewalttag. Die Menschenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES hat seit 2001 die Initiative aufgegriffen und für den deutschsprachigen Raum die typischen blauen Fahnen entwickelt. Bundesweit wurden in den letzten Jahren Fahnen in rund 800 Städten und Gemeinden gehisst.

Fürstenwalde beteiligt sich seit Anfang an an dieser Kampagne, um für das Thema „Nein zu Gewalt an Frauen“ zu sensibilisieren. In diesem Jahr wird am Dienstag, dem 25. November 2008, der Antigewalttag mit einer Arbeitstagung, der bekannten Fahnenaktion am Rathaus und einem gemeinsamen Kinobesuch begangen.

Unter dem Thema „Arbeit mit Tätern häuslicher Gewalt in Brandenburg –Prävention und Opferschutz“ laden der Landesverband pro familia Brandenburg und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Fürstenwalde Anne-Gret Trilling gemeinsam ein. Erwartet werden Experten aus den Bereichen Polizei, Justiz, Innenministerium sowie MitarbeiterInnen aus frauenunterstützenden Einrichtungen. Sie alle wissen, dass die Spirale der Gewalt nur langfristig gestoppt werden kann, wenn auch gezielt mit Tätern gearbeitet wird und damit „tickende Zeitbomben“ entschärft werden. Nach Inputreferaten gehen die TagungsteilnehmerInnen in Workshops und beleuchten einzelne Aspekte des Themas. Im Ergebnis soll ein Konzeptpapier vorgestellt werden, das die Grundlage für Täterarbeit als Netzwerkaufgabe im Brandenburg werden soll.

Die Arbeitstagung wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie des Landes Brandenburg gefördert und findet von 10 bis 15 Uhr in der Dachetage der Kulturfabrik, Domplatz 7, statt.

Um 12 Uhr wird in Anwesenheit von Bürgermeister Manfred Reim am Turm des Alten Rathauses die Fahne „Frei leben ohne Gewalt“ gehisst. Fürstenwalde nimmt damit teil an den landesweiten Aktionen zum Antigewalttag.

Um 20 Uhr lädt das Filmtheater Union Fürstenwalde in Kooperation mit dem Frauenladen der Kulturfabrik anlässlich des Antigewalttages ein zum Film „Gegenüber“. In eindrücklichen und beklemmenden Bildern schildert der Film die Geschichte einer gescheiterten Ehe, in der Konflikte immer wieder mit unerbittlicher Konsequenz ausbrechen. Das Besondere: In diesem Fall richtet sich die Gewalt gegen den Mann. Es bleibt die bittere Erkenntnis, dass die Mechanismen von Gewalt und Ohnmacht universal sind.

Am gleichen Tag lädt die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Oder-Spree Wanda Nikulka um 19 Uhr ein auf die Burg Beeskow. Aus Anlass des Antigewalttages ist dort die bekannte Entertainerin Dorit Gäbler zu Gast mit dem Programm „Das falsche Wort zur falschen Zeit ... und schon kracht’s“.

Pressemitteilung vom 12.11.2008, abgelaufen am 25.11.2008, Autor: Anne-Gret Trilling