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Im Zuge von Bauarbeiten auf dem Gelände des alten Friedhofs an der Frankfurter Straße ist in der vergangenen Woche ein archäologisch besonders interessanter Fund gemacht worden. Bauarbeiter stießen auf ein Gewölbe, das sich als Gruft herausstellte. In der Gruft befand sich ein gut erhaltener Zinksarg, der noch von einem Holzsarg umgeben war.
Sofort wurden Guido Strohfeld und Florian Wilke vom Fürstenwalder Museum hinzugezogen. „So einen bemerkenswerten Fund macht man nicht alle Tage“, freut sich Guido Strohfeld, der umgehend die Untere Denkmalbehörde hinzugezogen hat.
Ein Hinweisschild am Sarg führte auf die richtige Fährte. Bei dem Toten handelt es sich um Bertold Ferdinand Adolph Wehnelt, der 1833 in Fürstenwalde geboren wurde. Sein Vater war Samuel Wehnelt, ein bekannter Tuchmachermeister. Gestorben ist Wehnelt am 2.7.1872 in Hamburg. Dort befand er sich auf dem Weg von Rio de Janeiro zurück nach Fürstenwalde. Er arbeite in Südamerika als Ingenieur. Er hinterlies eine Ehefrau, eine geborene Muckelberg, sowie zwei minderjährige Kinder. Ein Sohn wird später ein anerkannter Physiker. „All dies wissen wir aus den hervorragend geführten Kirchenbüchern jener Zeit“, erläutert Martin Haupt, geschäftsführender Pfarrer der St. Marien Domgemeinde, der sich auf Bitten der Museumsleute sofort der umfangreichen Recherche gewidmet hat. „Aus unseren Büchern geht auch hervor, dass Wehnelt an Bauchfell- und Leberkrebs gestorben ist, wenn man das denn damals schon so genau diagnostizieren konnte“, so Haupt.
Der Sarg wird zur weiteren Begutachtung Museumsexperten übergeben, die vorhandene Gruft wird aufgefüllt, so dass sie nicht zerstört wird.