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Saufen ist uncool und Alkohol verkaufen auch

Dass Saufen uncool ist, wissen die meisten Jugendlichen nicht erst seit dem Projekt, das in den vergangenen Wochen an der 2. Oberschule – initiiert von der Schulsozialarbeiterin Marion Domke - gelaufen ist. Bereits im Frühjahr startete die Plakataktion „Saufen ist uncool“, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung entwickelt und in Fürstenwalde bereits mehrfach erfolgreich aufgegriffen wurde.

„Wir als regionaler Arbeitskreis Suchtprävention haben uns des Themas schon seit dem Jahr 2006 angenommen“, erläutert Sabine Wilhelm das Anliegen. Stadtjugendpflegerin, Jugendschützer, Streetworker, das Büro für Wirtschaft und Gewerbe der Stadtverwaltung, Sozialarbeiter von Jugendclubs und Schulen, die Suchtberatungsstelle der AWO und das Gesundheitsamt des Landkreises ziehen an einem Strang. So entstand die Idee, die Plakataktion nun durch ein Schulprojekt direkt zu begleiten.

Sieben Jugendliche der 9. Klasse der 2. Oberschule nahmen mit Einverständnis der Eltern am Projekt „Alkohol“ teil. Sie hörten sich unter Freunden und Bekannten um, trugen Fakten zusammen. Einerseits ist jeder für sich selbst verantwortlich. Andererseits ist auch Hinschauen und Aufmerksamkeit von Eltern, Lehrern und auch Bürgern gefragt. „Kommen Jugendliche mit einer Fahne zum Ausbildungsbetrieb, ist das nicht hinzunehmen“, so eine Ausbilderin bei der FAW.

Andererseits ist die Frage nach der Einhaltung des Jugendschutzgesetzes zu stellen. „Grundsätzlich dürfen an Jugendliche unter 18 Jahren weder Zigaretten noch Spirituosen und Alkopops verkauft werden“, erläutertet Ilona Blunert vom Büro für Wirtschaft und Gewerbe das Jugendschutzgesetz. „Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten sich Gewerbetreibende immer den Ausweis zeigen lassen“, so ihr Tipp.

Wie es vor Ort in Fürstenwalde um die Einhaltung bestellt ist, wollten die Jugendlichen selbst herausfinden. Am 4. Juli und am 28. November 2007 begaben sie sich in Supermärkte, Getränkeverkaufsstellen und an Tankstellen. Beim 1. Versuch erhielten die Jugendlichen in der Hälfte der 10 getesteten Geschäfte Alkohol und Zigaretten. Beim zweiten Test konnten nur noch in 3 von 11 Geschäften Alkohol und Zigaretten erworben werden. Positiv fielen die Plus-Märkte und die Kaufland-Filialen sowie die Tankstellen auf. Hier erhielten die 14- und 15-jährigen weder Zigaretten noch Alkohol.

„Unsere Aufgabe ist es, die gesetzlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, die Jugendliche vor exzessivem Alkoholkonsum schützen“, so Ilona Blunert vom Büro für Wirtschaft und Gewerbe, die dieses Schulprojekt begleitet hat. „Wir werden jetzt Gespräche mit den schwarzen Schafen führen und auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetztes dringen“, so Blunert.

Für den Fürstenwalder Arbeitskreis Suchtprävention und die Sozialarbeiter, Erzieher und Lehrer bleibt der Umgang mit Alkohol eine dauerhafte Aufgabe. Dazu zählen auch klare Regeln in den Jugendeinrichtungen oder bei gemeinsamen Unternehmungen. Auch Eltern können sich z.B. über den Elternratgeber der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung „Alkohol – Wir reden drüber“ in ihren Entscheidungen sicherer machen. Letztlich muss jede Generation von Jugendlichen ihr Verhältnis zu Drogen und Alkohol mit einem hohen Maß an Eigenverantwortung austarieren. Gesetze sowie Eltern, Lehrer und das soziale Umfeld können und sollen dabei helfen.

Pressemitteilung vom 09.01.2008, abgelaufen am 31.01.2008, Autor: Anne-Gret Trilling