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Goldener Löwe erstrahlt in neuem Glanz

Die Jugendstilvilla „Goldener Löwe“ in der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße 61 erstrahlt ab sofort in neuem Glanz. Sie liegt im Sanierungsgebiet „Stadtgebiet Mitte“ und prägt mit ihrer Stuckfassade maßgeblich den Ottomar-Geschke-Platz. Das Gebäude ist ein Einzeldenkmal.

Zu DDR-Zeiten befand sich in der Villa die „Station junger Techniker“, spätere „Station Alpha“. Die neuen Eigentümer haben das Gebäude im Rahmen einer geförderten Sanierungsmaßnahme umfangreich restauriert. Das Krüppelwalmdach wurde originalgetreu instandgesetzt, alle Fassadengliederungs- und Schmuckelemente erhalten und erneuert. Nach der Modernisierung und Instandsetzung wird das repräsentative Gebäude als Wohn- und Bürogebäude genutzt. Für die gelungene Sanierung zeichnet die Stadt Fürstenwalde die Eigentümer Kerstin und Jürgen Neumann mit einer Urkunde für außerordentliche Leistungen in der Stadterneuerung aus.

Als förderfähige Gesamtkosten für die Sanierung der Außenhülle wurden vom Landesamt für Bauen und Verkehr ca. 200 000 € anerkannt. Die Förderung beträgt 40% und wird zu je einem Drittel durch Bund, Land und Kommune finanziert.

Das Grundstück hat eine bewegte Geschichte. Die Jugendstilvilla steht auf dem Grundstück der ehemaligen Scharfrichterei. Das alte Scharfrichter-Anwesen beherbergte später einen Ausschank. Offiziell hieß die Gaststätte "Goldener Löwe", im Volksmund setzten sich jedoch die Bezeichnungen "Doller Bengel" oder "Zum blutigen Knochen" durch. Um 1900 erwarb der Sanitätsrat Dr. Schultze das Grundstück und errichtete neben dem alten Hauptgebäude eine Villa, die den "Goldenen Löwen" im Giebel zeigte. Richtfest wurde 1901 gefeiert, im Jahr darauf wurde das Haus bereits bezogen. Erst 1918 wurde der alte „Goldene Löwe“ abgerissen. Dabei kam ein Totenschädel zu Tage, welcher dem Museum übergeben wurde. Zu erkennen ist, dass es sich um eine Frau mittleren Alters handelt, die eine tödliche Fraktur am Schädel aufweist. Um eine reguläre Bestattung nach einer Hinrichtung handelt es sich jedoch nicht. Der Fund könnte in Zusammenhang mit "zauberischen Umtrieben" eines Scharfrichters stehen. Es kann sich aber auch um einen unaufgeklärten Mord handeln, der sich in der Gaststätte “Zum blutigen Knochen” ereignet hat.

Pressemitteilung vom 08.11.2007, abgelaufen am 30.11.2007, Autor: Anne-Gret Trilling